Stromkosten, Lärm, Proteste

Republikaner gegen Trump: Streit um neue KI-Datencenter

Hohe Stromkosten, Lärm und Umweltverschmutzung durch riesige KI-Datencenter sorgen in den USA für Streit. Immer mehr Republikaner gehen auf Distanz.
15.10.2026, 12:12
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US-Präsident Donald Trump setzt voll auf künstliche Intelligenz und den Bau riesiger Datenzentren. Doch ausgerechnet diese Strategie sorgt wenige Wochen vor den US-Zwischenwahlen am 3. November für politischen Ärger. Immer mehr Bürger wehren sich gegen neue Anlagen. Und selbst innerhalb der Republikanischen Partei wächst der Widerstand.

Der Grund: Viele Amerikaner befürchten steigende Stromrechnungen, Lärm und negative Auswirkungen auf die Umwelt. Während Trump die Datenzentren als wirtschaftliche Chance verteidigt, fordern republikanische Kandidaten zunehmend strengere Regeln oder sogar Baustopps.

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75 Prozent in republikanischen Staaten

Besonders betroffen sind jene Bundesstaaten, in denen Trump großen Rückhalt genießt. Laut einer Untersuchung befinden sich 75 Prozent der derzeit im Bau befindlichen Datenzentren in überwiegend republikanisch regierten Bundesstaaten. Bei den geplanten Anlagen sind es sogar 80 Prozent.

Die Betreiber versprechen Milliardeninvestitionen, zusätzliche Steuereinnahmen und neue Arbeitsplätze. Doch bei der Bevölkerung kommen diese Argumente nicht überall gut an.

Umfragen zeigen, dass die Ablehnung neuer Datenzentren die Zustimmung um rund 30 Prozentpunkte übersteigt. Besonders die Sorge vor höheren Energiekosten treibt die Menschen um.

Sogar Trump-Verbündete fordern Baustopps

In Texas hat der republikanische Gouverneur Greg Abbott Genehmigungen und Netzanschlüsse für neue Datenzentren vorübergehend ausgesetzt. Sein Parteikollege Ken Paxton will zudem Steuervergünstigungen für die Betreiber streichen.

Auch in Ohio wird das Thema zum Wahlkampfschlager. Sowohl die demokratische Gouverneurskandidatin Amy Acton als auch ihr republikanischer Konkurrent Vivek Ramaswamy sprechen sich für einen vorübergehenden Stopp neuer Projekte aus.

Für Trump ist das ein parteiinterner Konflikt. Der Präsident warnt davor, dass die USA im internationalen Wettlauf um künstliche Intelligenz zurückfallen könnten, wenn der Ausbau gebremst wird.

Auch Elon Musk steht unter Druck

Zusätzlichen Ärger gibt es rund um Elon Musks KI-Unternehmen xAI. Dessen große Datenzentren im US-Bundesstaat Tennessee liefern unter anderem die Rechenleistung für den KI-Chatbot Grok. Die Anlagen stehen wegen ihres hohen Energieverbrauchs und des Einsatzes von Gasturbinen in der Kritik. In Memphis wird über Einschränkungen beim weiteren Ausbau diskutiert.

Brisant ist dabei Musks politische Rolle. Der Unternehmer unterstützt republikanische Wahlkämpfe mit hohen Millionenbeträgen. Gleichzeitig sorgen Projekte aus seinem Firmenumfeld für Widerstand in betroffenen Gemeinden.

Bei den Midterms steht viel auf dem Spiel

Am 3. November wählen die Amerikaner das gesamte Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats neu. Derzeit verfügen die Republikaner in beiden Kammern über eine Mehrheit. Verlieren sie eine davon, könnten die Demokraten Gesetzesvorhaben von Trump deutlich erschweren und seine Regierung stärker kontrollieren.

Ob der Streit um Datenzentren tatsächlich wahlentscheidend wird, bleibt offen. In besonders knappen Wahlkreisen könnten steigende Stromkosten und lokale Proteste allerdings eine wichtige Rolle spielen.

Auch in Österreich Proteste

Das Thema betrifft längst nicht nur die USA. Auch in Europa wächst der Bedarf an leistungsstarken Datenzentren für künstliche Intelligenz. In Österreich sorgt etwa das geplante Google-Datenzentrum in Kronstorf in Oberösterreich für Diskussionen. Kritiker befürchten auch dort Belastungen für Umwelt und Infrastruktur.

NW, 15.10.2026, 12:12