Zwei Kandidaten, selber Name

Doppelter Sullivan könnte Trump in Alaska Wahl kosten

In Alaska fordert ein namensgleicher Lehrer Senator Dan Sullivan heraus. Das könnte ihn im knappen Duell gegen Demokratin Mary Peltola Stimmen kosten.
22.10.2026, 11:20
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Bei der US-Senatswahl in Alaska am 3. November sorgt ein kurioses Namens-Doppel für Aufregung. Der republikanische Senator Dan S. Sullivan kämpft gegen die Demokratin Mary Peltola um seinen Sitz. Doch auf dem Wahlzettel steht noch ein weiterer Kandidat: Dan J. Sullivan Jr., ein pensionierter Lehrer, der fast genauso heißt wie der Amtsinhaber.

US-Präsident Donald Trump tobt über die, in seinen Augen, "Betrugsmasche". Denn der "falsche Sullivan" auf dem Stimmzettel könnte dem amtierenden republikanischen Senator im Duell gegen die demokratische Herausforderin entscheidende Stimmen kosten.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Schon wenige Prozent könnten entscheiden

Der Grund: Sullivan und Peltola liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Eine aktuelle Umfrage sieht die Demokratin mit 44 Prozent knapp vor dem Republikaner mit 42 Prozent. Der zweite Sullivan kommt immerhin auf drei Prozent.

Donald Trump warnt auf Truth Social seine Anhänger in Alaska vor dem "falschen" Dan Sullivan.
Truth Social (Screenshot)

Genau diese Stimmen könnten dem amtierenden Senator am Ende fehlen. Denn wenn Wähler die beiden Männer verwechseln, könnte Peltola davon profitieren. Schon wenige Prozentpunkte könnten bei einem so knappen Rennen entscheidend sein.

Trump warnte deshalb bei einem Wahlkampfauftritt in Wasilla ausdrücklich vor dem Namensvetter. "Die radikalen linken Demokraten haben einen weiteren Mann namens Dan Sullivan aufgestellt, um unserem großartigen Senator mit demselben Namen Stimmen wegzunehmen", wetterte er auf seiner Plattform Truth Social.

Republikaner: "Auf das mittlere S achten!"

Erschwerend kommt das Wahlsystem in Alaska hinzu: Wähler können mehrere Kandidaten nach ihrer persönlichen Präferenz reihen. Scheidet ein Kandidat aus, werden seine Stimmen entsprechend der nächsten angegebenen Wahl aufgeteilt.

Wer den falschen Sullivan wählt und den Amtsinhaber nicht als weitere Wahl angibt, könnte diesem damit Stimmen kosten.

Die Republikaner versuchen deshalb mit ungewöhnlichen Mitteln, Verwechslungen zu verhindern. Sie verteilen Armbänder mit dem Namen des Senators, verschicken Muster-Stimmzettel und haben sogar einen eigenen Werbesong im Radio. Darin wird den Wählern eingeschärft, unbedingt auf das mittlere "S." im Namen zu achten.

Das Kuriose: Am Wahlzettel trennen die beiden Sullivans nur wenige Buchstaben. Für Trump könnten sie am 3. November aber den entscheidenden Unterschied machen.

NW, 22.10.2026, 11:20