Handy, TikTok und künstliche Intelligenz: Digitale Angebote gehören für Kinder und Jugendliche längst zum Alltag. Doch neben Unterhaltung und neuen Möglichkeiten lauern auch Risiken. Genau hier will Niederösterreich nun ansetzen.
Am Montag, 21. September, präsentierten Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (VP) und Bildungsdirektor Karl Fritthum in der Mittelschule Oberwölbling die neue Initiative "Medienfit in Niederösterreich". Sie soll Schülern einen sicheren und bewussten Umgang mit sozialen Medien und digitalen Technologien vermitteln.
"Die sozialen Medien bringen viele Chancen, aber wir wollen auch, dass junge Menschen wissen, was für Risiken damit verbunden sind", erklärt Teschl-Hofmeister. Digitale Medien könnten laut der Landesrätin auch suchtverstärkend wirken.
Wie stark soziale Medien längst im Alltag angekommen sind, zeigen aktuelle Zahlen des Jugend-Internet-Monitors 2026 von Saferinternet.at. Demnach nutzen 82 Prozent der Elf- bis 17-Jährigen WhatsApp täglich.
YouTube kommt auf 76 Prozent, Snapchat auf 65 Prozent. TikTok und Instagram werden jeweils von 64 Prozent der Jugendlichen täglich genutzt. Microsoft Teams erreicht 31 Prozent.
Herzstück der Initiative ist eine zentrale Internetplattform mit Unterrichtsmaterialien. Lehrer können dort je nach Schulstufe und Bedarf kurze Impulse oder komplette Einheiten für eine Unterrichtsstunde auswählen.
Dabei geht es etwa um den bewussten Umgang mit sozialen Medien, unerwünschte Kontakte, Standortdaten und kindgerechte Angebote. Auch das Wissen rund um psychische Gesundheit soll gestärkt werden.
Das Land orientiert sich dabei laut Teschl-Hofmeister an einem europäischen Modell zum Schutz junger Menschen in sozialen Medien. Niederösterreich wolle nicht nur auf weitere Schritte der EU oder des Bundes warten, sondern eigene Maßnahmen setzen.
Die Initiative richtet sich aber nicht nur an Schulen. Geplant sind auch Vorträge für Eltern mit praktischen Tipps für den Familienalltag. Lukas Schneider von der Jugend NÖ spricht von Werkzeugen, die möglichst unkompliziert eingesetzt werden können: "Digitale Medien sind aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Deshalb wollen wir Lehrkräften und Eltern konkrete Werkzeuge in die Hand geben. Die Materialien sollen möglichst unkompliziert einsetzbar sein und bieten sowohl kurze Impulse als auch längere Einheiten für eine ganze Unterrichtsstunde."
Auch Bildungsdirektor Karl Fritthum sieht die Schulen gefordert. Kinder und Jugendliche sollten digitale Medien nicht einfach meiden, sondern lernen, Informationen zu hinterfragen und bewusst zu entscheiden, wann und wofür sie digitale Angebote verwenden.
Ganz ohne Handy soll es also nicht gehen. Statt Verboten setzt Niederösterreich vor allem darauf, dass Schüler Risiken erkennen und selbst bessere Entscheidungen treffen können.