Wer in Niederösterreich einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder schweren Unfall erleidet, soll rasch genau dort landen, wo die nötigen Spezialisten bereitstehen. Die NÖ Kliniken ziehen nun Bilanz über ihre Notfallversorgung.
Mehr als 230.000 Patienten werden jährlich stationär in den NÖ Kliniken behandelt. In den vergangenen eineinhalb Jahren mussten rund 76.000 Menschen wegen eines lebensbedrohlichen medizinischen Notfalls versorgt werden.
"Die niederösterreichische Bevölkerung kann darauf vertrauen, dass ihr in einer Notsituation geholfen wird", erklärt NÖ-LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam. Entscheidend sei dabei, zwischen echter Notfallversorgung und der Erstversorgung weniger dringlicher Fälle zu unterscheiden.
Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Deshalb werden Patienten gezielt in Kliniken gebracht, die über die entsprechende Ausstattung und Erfahrung verfügen. Eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung gibt es etwa in St. Pölten. Weitere spezialisierte Standorte befinden sich in Krems, Wiener Neustadt, Mistelbach und derzeit noch Waidhofen an der Ybbs. Langfristig soll dieser Schwerpunkt nach Amstetten verlagert werden.
Allein 2025 wurden in Niederösterreich rund 10.000 lebensbedrohliche Notfälle wegen Herzerkrankungen behandelt. Im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits weitere 5.000.
"Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Herzinfarkt. In dieser Situation wollen Sie die bestmögliche Versorgung", betont Julia Mascherbauer vom Uniklinikum St. Pölten. Dort wurden im vergangenen Jahr insgesamt rund 50.000 Patienten in der internistischen Notaufnahme behandelt.
Auch beim Schlaganfall entscheidet die Zeit über die Folgen. In Niederösterreich stehen dafür sieben sogenannte Stroke Units zur Verfügung. Die Einheiten sind rund um die Uhr besetzt, wird von der Landesgesundheitsagentur betont. Patienten mit Verdacht auf einen Schlaganfall werden nach der ersten Begutachtung möglichst rasch in die nächstgelegene geeignete Spezialstation gebracht.
"Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Gehirngewebe geht verloren", erklärt Thomas Gattringer vom Uniklinikum Wiener Neustadt-Hochegg. Besonders wichtig sei daher, einen Schlaganfall frühzeitig zu erkennen.
Ein weiterer großer Bereich der Notfallversorgung sind schwere Unfälle. Rund 34.000 Patienten wurden 2025 nach solchen Ereignissen behandelt. Im ersten Halbjahr 2026 waren es weitere 16.000. Auch hier gilt: Verletzte sollen nicht einfach ins nächstgelegene Spital, sondern in jene Klinik gebracht werden, die für die jeweilige Verletzung am besten ausgestattet ist.
Die NÖ Landesgesundheitsagentur rät deshalb, im Ernstfall nicht auf eigene Faust ins nächste Klinikum zu fahren. Bei medizinischen Problemen steht die Gesundheitshotline 1450 zur Verfügung, bei akuten Notfällen muss die Rettung unter 144 gerufen werden.