Auf dem früheren Areal der Magdeburg-Kaserne soll ein neuer Stadtteil entstehen. Die Stadt Klosterneuburg (Bezirk Tulln) hat am Montag, 21. September, ihre Zukunftsvision für das sogenannte Pionierviertel präsentiert. Geplant sind unter anderem Wohnungen, Schulen, Arbeitsplätze und Flächen für Forschung und Wirtschaft.
Das Gelände wird seit Jahren kaum genutzt und ist zu großen Teilen versiegelt. Nun soll dort Schritt für Schritt ein neues Viertel entstehen. Im Mittelpunkt stehen laut Stadt Bildung, Wohnen, Arbeit, Wirtschaft und Sicherheit.
"Ich möchte verhindern, dass unsere Jugend weiterhin abwandert, weil es in Klosterneuburg zu wenig adäquate Wohnmöglichkeiten für junge Menschen gibt", erklärt Bürgermeister Christoph Kaufmann (ÖVP). Das Areal solle deshalb auch Platz für unterschiedliche Wohnformen bieten.
Ein zentraler Baustein ist der geplante Bildungscampus. Das Privatgymnasium Klosterneuburg soll dort einen dauerhaften Standort bekommen. Zusätzlich sieht die Vision Platz für eine Mittelschule und eine allgemeine Sonderschule vor.
Auch Sportflächen sind angedacht. Diese könnten außerhalb der Unterrichtszeiten von Klosterneuburger Vereinen genutzt werden.
"Das alles könnte im Pionierviertel mit kurzen Wegen konzipiert werden", sagt Vizebürgermeisterin Maria Theresia Eder.
Beim Verkehr setzt die Stadt vor allem auf Öffis, Radfahrer und Fußgänger. Direkt neben dem Areal befindet sich der Bahnhof Klosterneuburg-Weidling mit S-Bahn sowie Regional- und Stadtbussen. Auch der EuroVelo-6-Radweg führt in der Nähe vorbei.
"Ich sehe die Zukunftsvision für das Pionierviertel mit dem Blick auf moderne Mobilitätslösungen und nicht auf mehr Pkw-Verkehr", erklärt Planungsstadtrat Johannes Edtmayer (Grüne).
Neben Wohnungen und Schulen könnten auch Büro- und Arbeitsflächen entstehen. Damit will die Stadt Klosterneuburg als Forschungs- und Innovationsstandort stärken.
Vor allem Ausgründungen und junge Unternehmen aus der Forschung könnten dadurch künftig in Klosterneuburg bleiben, statt nach Wien oder an andere Standorte abzuwandern. Auch ein neues Einsatzzentrum, etwa für das Rote Kreuz, ist Teil der Überlegungen.
Bevor konkrete Pläne ausgearbeitet werden, steht allerdings noch eine wichtige Prüfung an. Der Gemeinderat soll am Freitag, 25. September, die Beantragung einer UVP-Einzelfallprüfung beim Land Niederösterreich beschließen. Dabei wird untersucht, welche Umweltauswirkungen eine Entwicklung des Areals haben könnte. Mit einem Ergebnis rechnet die Stadt im ersten Quartal 2027.
Parallel sollen Vorbereitungen für einen Raumordnungsvertrag und ein mögliches Umwidmungsverfahren starten. Ein konkretes Entwicklungskonzept soll erst nach Abschluss der Prüfung ausgearbeitet werden.
Die Geschichte des Pionierviertels läuft bereits seit mehr als zehn Jahren. 2014 startete der Planungsprozess für die ehemalige Kaserne - nun soll aus der jahrelangen Vision Schritt für Schritt ein neuer Stadtteil werden.