Chat-Affäre im Heer

Soldatin weint – Justiz ermittelt gegen Militärdekan

Schwere Vorwürfe gegen einen steirischen Militärdekan. Eine junge Soldatin fühlte sich von dem Seelsorger belästigt und verfolgt.
Newsdesk Heute
26.03.2026, 16:23
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Die Vorwürfe gegen einen 60-jährigen Militärdekan und katholischen Seelsorger aus der Steiermark wurden bereits im vergangenen Herbst bekannt. Demnach habe sich eine junge Soldatin über unzählige Chat-Nachrichten beschwert, die ihr der Beschuldigte geschickt haben soll.

Zudem habe er an sie auch ein "Macho-Bild" versendet. Anzügliche Nachrichten oder Nacktbilder gab es jedoch nicht. Trotzdem fühlte sich die junge Frau belästigt und wendete sich unter Tränen an einen Vorgesetzten.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Damals bestätigte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Oberst Michael Bauer, gegenüber der "Kleinen Zeitung", dass ein Disziplinarverfahren gegen den 60-Jährigen eingeleitet wurde. Zudem soll er an eine Stelle in Wien versetzt worden sein.

Nun jedoch die Wendung im Fall: Wie die Zeitung berichtet, wurde das Disziplinarverfahren gegen den Militärdekan vorerst auf Eis gelegt. Der Grund: Gegen den inzwischen vorläufig suspendierten 60-Jährigen ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

Wie ein Sprecher gegenüber der "Kleinen" mitteilte, gehe es um den "Verdacht der beharrlichen Verfolgung und der sexuellen Belästigung, jeweils unter Ausnützung einer Amtsstellung, sowie des Missbrauchs der Amtsgewalt und des Missbrauchs der Dienststellung nach dem Militärstrafgesetz".

Das sagt der Beschuldigte

Auch die Aussage der betroffenen Soldatin liege dem Medium vor. Darin soll es heißen, dass die Frau sich sicher ist, dass der Militärdekan "eine sexuelle Beziehung" mit ihr beginnen wollte, die "weit über eine seelsorgerische Maßnahme des Dekans" hinausgehe.

Der Anwalt des Beschuldigten sah schon im Herbst keinen strafrechtlichen Tatbestand erfüllt. In den Chats habe die Soldatin nie geäußert, dass ihr das Verhalten seines Mandanten unangenehm sei. Auch nun sei der Jurist überzeugt, dass es keine neuen Erkenntnisse gebe. Mehr wollte er gegenüber der Zeitung vorerst nicht sagen.

Und was sagt der Beschuldigte selbst? Der 60-Jährige habe die Soldatin laut eigener Aussage zum Gottesdienst gebeten und zu seinem 30-jährigen Priesterjubiläum eingeladen. Mehr habe der Militärdekan nicht getan. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

{title && {title} } red, {title && {title} } 26.03.2026, 16:23
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