Preissteigerungs-Warnung

Spar-Boss rechnet mit Mehrwertsteuer-Plänen ab

Spar-Vorstand Markus Kaser warnt vor steigenden Energiekosten. Die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel hält er für den falschen Weg.
23.10.2026, 16:34
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Die Lebensmittelpreise könnten in Österreich wieder stärker steigen. Spar-Vorstand Markus Kaser sieht vor allem bei den Energiekosten ein Problem. Während die Lebensmittel-Inflation im Spar-Warenkorb derzeit bei rund einem Prozent liegt, könnten höhere Energiepreise mittelfristig auch im Supermarkt ankommen. Die geplante Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Lebensmittel hält Kaser hingegen für den falschen Weg.

"Mehrwertsteuersenkung ist eine Fehlkonstruktion", lautet Kasers Urteil. Im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung" erklärt er, dass die Maßnahme aus seiner Sicht zu wenig bewirke und in Summe mehr koste, als sie bringe. Statt einzelne Lebensmittel steuerlich zu begünstigen, fordert er niedrigere Energiekosten. Davon würden sowohl Haushalte als auch Industrie und Handel profitieren.

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Derzeit gebe es bei einigen Produkten sogar sinkende Preise. Dazu zählen laut Kaser Brot und Backwaren, bestimmte Milchprodukte sowie verschiedene Konserven. Die Kunden würden bisher auch kaum auf die Mehrwertsteuersenkung reagieren: Ihr Einkaufsverhalten habe sich dadurch nicht erkennbar verändert.

Nahostkonflikt macht Zulieferern zu schaffen

Direkte Probleme bei der Lebensmittelversorgung durch den Nahostkonflikt sieht Kaser derzeit nicht. Erste Schwierigkeiten gebe es allerdings bei Zulieferern für die Ausstattung von Geschäften. Aus früheren Krisen hätten Unternehmen gelernt und ihre Lieferketten widerstandsfähiger gemacht.

Auch die Schließung des Tiefkühlgemüsewerks von Ardo in Groß-Enzersdorf habe Spar überrascht. Innerhalb von nur zwei Tagen sei es gelungen, mit dem langjährigen Partner Schneiders Gemüsewelt eine Ausweitung der Produktion zu vereinbaren. Dafür sollen zusätzliche Bauern eingebunden und die Kapazitäten erhöht werden.

Trockenheit belastet heimische Landwirtschaft

Die Folgen des Wetters könnten ebenfalls auf die Lebensmittelpreise durchschlagen. Laut Kaser hat die Trockenheit unter anderem den Apfelkulturen zugesetzt. Bei einzelnen Produkten könnte Importware deshalb einige Wochen früher als üblich in die Regale kommen. Die Versorgung mit Lebensmitteln sieht der Spar-Chef dennoch nicht gefährdet.

Bei internationalen Markenprodukten erwartet Kaser erneut harte Preisverhandlungen. Zudem fordert er, die Herkunft von Lebensmitteln stärker hervorzuheben – auch in der Gastronomie. Den sogenannten Österreich-Aufschlag sieht er kritisch, warnt aber zugleich vor Preisvergleichen mit Deutschland, die Unterschiede bei Qualität, Rohstoffen und Verarbeitung nicht ausreichend berücksichtigen.

red, 23.10.2026, 16:34