Kälte, Müdigkeit, Sprechchöre: Am Donnerstag zogen Beschäftigte der OÖ-Ordensspitäler in Linz, Wels und Ried über die Straßen. Nachdem es auch nach Monaten der KV-Verhandlungen zu keiner Einigung für das nicht ärztliche Personal kam, streikten die Mitarbeiter.
So auch in Linz: Am schließlich prall gefüllten Martin Luther Platz sammelten sich Beschäftigte und Gewerkschaft vida für eine Kundgebung. Im Anschluss marschierten die Demonstrierenden über die Landstraße.
Was auffiel: Viele der Beschäftigten kamen direkt aus dem Nachtdienst. Manche standen schon seit über 24 Stunden auf den Beinen – und stellten sich trotzdem auf die Straße, um für bessere Bedingungen zu demonstrieren. Dazu kam das Wetter: Es war eisig kalt, die Finger nach kürzester Zeit taub.
Doch statt ins Warme zu gehen, blieben viele – dick eingepackt, müde, aber entschlossen. Die Botschaft: Wer täglich im Spital durchhält, hält auch diese Kundgebung durch. Bei einem Zwischenstopp vor dem Landhaus gegen 11 Uhr wurde es dann kurz ernst: Wegen Kreislaufproblemen einer Teilnehmerin soll es zu einem Rettungseinsatz gekommen sein. "Es ist im Umfeld der Demo zu einem Abtransport gekommen", bestätigt ein Sprecher des Roten Kreuzes.
Hintergrund für den Streik: Die KV-Verhandlungen stecken fest, die Beschäftigten verlangen spürbare Verbesserungen. Im Mittelpunkt steht ein Inflationsausgleich, damit die Teuerung zumindest abgegolten wird – die Gewerkschaft warnt, das bisherige Angebot würde einen Reallohnverlust bedeuten. Auch eine Arbeitszeitreduktion auf 35 Stunden pro Woche ist eine zentrale Forderung.
Trotz Kampf auf der Straße wurde die Versorgung sichergestellt: Laut Angaben der Spitalträger beteiligten sich sieben von acht Ordenskliniken. Geplante Operationen und Behandlungen wurden wie berichtet verschoben, um die Auswirkungen für Patienten möglichst gering zu halten, der Notbetrieb blieb aufrecht.