Wissenschaftler der University of Surrey haben untersucht, wie sich extreme Weltraumwetterereignisse auf den Flugverkehr auswirken. Das Ergebnis: Die bei Sonnenaktivitäten entstehende Strahlung kann trotz schützender Atmosphäre die empfindliche Bordelektronik von Flugzeugen in Reiseflughöhen zwischen 8 und 14 Kilometern beeinträchtigen.
Besonders kritisch sind sogenannte Single-Event-Upsets (SEUs) – kleine Störungen, die sich anhäufen und kritische Systeme beeinflussen können. In extremen Szenarien kann die Anzahl dieser Störungen von wenigen auf mehrere Tausend pro Stunde ansteigen.
Das meldet "heise.de" unter Berufung auf eine Studie im "Journal of Space Weather and Space Climate". Als Beispiel führen die Forscher einen JetBlue-Flug von Cancun nach Newark im Oktober 2025 an, der wegen strahlungsbedingter Störungen in Florida notlanden musste. Airbus behielt daraufhin rund 6000 Flugzeuge des Typs A320 am Boden.
Bei einem Sonnensturm im November 2025 traten in großer Höhe Strahlungswerte auf, die zehnmal so hoch waren wie normal. Die größten Risiken sehen die Wissenschaftler auf Flügen in der Polarregion – besonders gefährdet sei die Route London Heathrow nach Vancouver, wo das magnetische Schutzschild der Erde am schwächsten ist.
Die Forscher kritisieren, dass bisher nur die routinemäßige Strahlenbelastung bei Sicherheitsstandards berücksichtigt werde. Sie haben deshalb eine eigene Skala für atmosphärische Strahlung erstellt und fordern eindeutige Richtlinien - von verstärkter Überwachung bis hin zu Routenänderungen oder Flugverboten bei schweren Ereignissen.