Influencerin getötet

Stefanie P. schickte ihre letzte Nachricht um 7:06 Uhr

Die Polizei hat die letzten Stunden der Influencerin Stefanie P. vor ihrem Tod minutiös nachgezeichnet – das sagt ihr tatverdächtiger Ex-Freund.
André Wilding
19.02.2026, 09:49
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Tagelang wurde die 31-jährige Grazerin gesucht, Ende 2025 dann die bittere Gewissheit: Stefanie P. ist tot. Die Influencerin wurde Opfer eines Verbrechens. Als Hauptverdächtiger gilt ihr Ex-Freund, ein 31-jähriger Slowene. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Ermittler zeichneten nun minutiös nach, wie die letzten Stunden der jungen Frau verliefen. Am 22. November 2025 feierte sie laut "KURIER" ab etwa 22 Uhr in einem Lokal in Graz den Geburtstag einer Freundin mit burgenländischen Wurzeln. In den frühen Morgenstunden, gegen 3 Uhr, verschickte sie per Snapchat noch ein kurzes Video an eine Bekannte.

Das letzte Lebenszeichen von Stefanie P.

Wenig später, rund drei Stunden danach, verließ sie das Lokal und nahm ein Taxi zu ihrer Wohnung. Um 6.38 Uhr schrieb sie noch über WhatsApp mit einer Freundin, um 07.06 Uhr folgte eine Sprachnachricht, heißt es in dem Bericht weiter. Es war das letzte Lebenszeichen der 31-Jährigen.

Kurz darauf soll laut Ermittlern ihr Ex-Freund in der Wohnung aufgetaucht sein. Gegen 8 Uhr hörte eine Nachbarin laute Schreie und zuschlagende Türen. Eine weitere Zeugin will den Mann gegen 10 Uhr beobachtet haben, wie er eine Art Plane zu seinem Auto trug.

Im Verhör bestritt der 31-Jährige zunächst jede Beteiligung am Verschwinden seiner Ex-Partnerin. Er gab sich als besorgter Ex-Freund und lieferte mehrere unterschiedliche Erklärungen. Doch die Kripo blieb hartnäckig und stieß auf Widersprüche.

Das sagt der Tatverdächtige

Schließlich konfrontierten die Ermittler ihn mit Beweisen, worauf sein Leugnen ein Ende fand. Unter Tränen schilderte er eine Version der Ereignisse, die von der Justiz als Schutzbehauptung gewertet wird. Er gab laut "KURIER" an, Stefanie P. habe im Streit gedroht, sich mit einem Küchenmesser etwas anzutun.

Um das zu verhindern, habe er sie von hinten gepackt und gewürgt. Bei einem Gerangel im Wohnzimmer habe sie sich dann selbst in den Hals gestochen. Er habe versucht, die Blutung durch festes Zudrücken zu stoppen, schreibt die Tageszeitung. Warum er keine Rettung verständigte, konnte er nicht erklären.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Zunächst behauptete der Mann auch, sein Auto habe auf einem Parkplatz vor einem slowenischen Casino zufällig Feuer gefangen. Später räumte er ein, den Brand selbst gelegt zu haben, um Spuren zu beseitigen.

Leiche in Hartschalenkoffer gepackt

Der 31-Jährige kannte die Influencerin seit Februar 2020, die beiden führten eine On-Off-Beziehung. Laut Ermittlungen packte er ihre Leiche in einen blauen Hartschalenkoffer - mit diesem war das Paar zuvor gemeinsam in Paris auf Urlaub gewesen, berichtet der "KURIER". Den Trolley soll er noch am selben Tag von Graz nach Slowenien gebracht und in einem Waldstück nahe dem Wohnort seiner Großmutter versteckt haben. Am nächsten Tag habe er Koffer und Leiche wieder geholt und in einem anderen Wald vergraben.

Verteidigt wird der Tatverdächtige von den Anwältinnen Ina-Christin Stiglitz und Astrid Wagner. Von ihrer Seite heißt es, es habe keine Tötungsabsicht gegeben, man warte auf medizinische Gutachten.

Für den Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

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