Die Asiatische Tigermücke legt ihre Eier vor dem Winter in kleinen Wasseransammlungen ab – und das meist in der Nähe von uns Menschen. Besonders beliebt sind Regentonnen, Untersetzer von Blumentöpfen oder Vogeltränken. Die Eier können sogar leichte Minusgrade aushalten, erklärt Parasitologe Hans-Peter Führer von der Veterinärmedizinischen Universität Wien, aber eben nicht unbegrenzt.
Die Asiatische Tigermücke wurde erstmals im Jahr 2012 in Österreich nachgewiesen. Sie kann Tropenkrankheiten übertragen. Fix angesiedelt ist sie derzeit in Linz, Wien und Graz.
„Man kann davon ausgehen, dass die tiefen Temperaturen einen negativen Einfluss auf die Tigermücken Population haben werden.“Hans-Peter FührerVetmed. Universität
Das heißt aber nicht, dass die Asiatische Tigermücke wieder aus Österreich verschwindet. Sie startet nur mit weniger Tieren ins neue Jahr. Wie sich die Gelsen weitervermehren, hängt dann vom kommenden Sommer ab.
Auch wir Menschen tragen dazu bei: Viele stellen im Winter die Topfpflanzen samt Untersetzer in den Keller oder Wintergarten. "Damit hält man die Eier schön warm", sagt Führer.
Noch gibt es keine genaue Studie, ab welcher Temperatur die Eier der Tigermücke absterben. Wie stark der Frost die Gelsen im nächsten Jahr dezimieren wird, hängt auch davon ab, wie geschützt die Brutplätze sind, meint Führer. Je geschützter, desto eher überleben die Eier. Aus Südtirol gibt es Daten, dass die Tigermücke sogar minus 20 Grad aushält – vermutlich, weil sie in Innenräumen überwintert, erklärt Führer.
Die Eier sind etwa einen halben Millimeter groß, schwarz und länglich. Wer sie drinnen entdeckt, sollte die Untersetzer gründlich reinigen, rät Führer: "Einfach abwaschen und entsorgen." Sind die Eier einmal im Abfluss, können sie sich nicht mehr entwickeln.
Auch aus Graz kam zuletzt ein Appell: Dort war der Tigermücken-Befall im Vorjahr besonders schlimm und vor allem in den Kleingärten kam es zu massiven Beschwerden, weil die Tigermücke auch am Tag sticht.
Erwin Wieser, zuständig für den Infektionsschutz in Graz, bittet die Leute, ihre Blumentöpfe in Keller und Wintergärten zu kontrollieren. "Wenn die Eier wieder mit Wasser in Kontakt kommen, dann dauert es nicht lange bis die Larven schlüpfen und dann haben wir die nächste Invasion", so Wieser.
Die Stadt Graz hat im Sommer mehr als 800.000 sterilisierte Tigermücken-Männchen ausgesetzt. Sie sollten mit den fruchtbaren Männchen konkurrieren und dafür sorgen, dass unfruchtbare Eier entstehen. Weil nur die Weibchen stechen, gab es dadurch keine zusätzliche Belastung. Die am Montag präsentierten Ergebnisse zeigen: Im Versuchsgebiet konnte die Schlupfrate der Eier um 70 Prozent gesenkt werden. Auch in den Fallen fanden sich rund 70 Prozent weniger Weibchen.
Die für die Sterilisation und Ausbringung zuständige Insektenforscherin Hanano Yamada von der Internationalen Atomenergie Organisation (IAEA) zeigte sich überrascht über den großen Effekt.
Trotzdem warnen Führer und Yamada, dass die Aktion "regelmäßig und längerfristig" wiederholt werden muss, um wirklich zu wirken. Yamada ist aber zuversichtlich, dass die Grazer im Frühjahr weniger Tigermücken bemerken werden. Die Methode sei "eine wirksame und umweltfreundliche Ergänzung zur Mücken-Bekämpfung in Österreich", sagt sie.
Graz möchte das Projekt weiterführen, aber wie es finanziert wird, ist noch offen. Die Kosten liegen im sechsstelligen Bereich. In den nächsten Wochen soll darüber entschieden werden. Die Stadt Graz setzt sich außerdem für eine österreichweite Strategie gegen die Tigermücke ein.