Die Hoffnung auf ein schnelles Comeback des Don-Bosco-Jugendzentrums in Amstetten bekommt einen kräftigen Dämpfer.
Noch am Mittwoch hatte es für wenige Stunden geheißen, dass der offene Betrieb mit 1. Jänner 2027 wieder starten werde und der Orden der Salesianer Don Boscos die Finanzierung selbst übernehmen wolle.
Doch diese Wiedereröffnung ist offenbar keineswegs fix. Nach einer neuen Stellungnahme der Ordensführung besteht weiterhin eine Finanzierungslücke. Weder vom Land Niederösterreich gebe es derzeit eine konkrete Finanzierungszusage, noch würden die in Aussicht gestellten Mittel der Stadt für einen nachhaltigen Neustart ausreichen.
Damit ist die zuvor verbreitete Jubelmeldung vorerst vom Tisch. Besonders brisant: Der Amstettner Grünen-Landtagsabgeordnete und Gemeinderat Dominic Hörlezeder hatte die vermeintliche Rettung zunächst selbst begrüßt. Nach Bekanntwerden der neuen Informationen schlägt er nun deutlich schärfere Töne an.
Seine Kritik richtet sich vor allem gegen Jugendstadtrat Helfried Blutsch (SPÖ). Hörlezeder wirft ihm vor, die Rettung des Jugendzentrums voreilig verkündet zu haben. "Dass SPÖ-Stadtrat Blutsch in Zeitungsberichten die wundersame Rettung des Heims verkündet und sich dafür feiern lässt, entpuppt sich nach einer klaren Stellungnahme der Salesianer als klare Falschmeldung", so Hörlezeder.
Der Grüne spricht von einem "herben Schlag für Amstetten". Bei Jugendlichen sei Hoffnung auf eine Rückkehr ihres Treffpunkts geweckt worden, obwohl die Finanzierung noch nicht gesichert sei.
Auslöser der Krise war die Streichung einer Landesförderung in Höhe von 50.000 Euro. FP-Landesrat Martin Antauer hatte die Entscheidung im Frühjahr verteidigt und unter anderem einen LGBTIQ+-Workshop sowie ein "Pride Flaggen Quiz" im Jugendzentrum kritisiert.
Die Finanzierungslücke war für den Betreiber schließlich nicht mehr zu stemmen. Ende Juli wurde der offene Jugendzentrumsbetrieb eingestellt.
Hörlezeder nimmt deshalb weiterhin die schwarz-blaue Landesregierung in die Pflicht. Er fordert, dass das Land die Finanzierung wieder aufnimmt und wirft ÖVP und FPÖ einen politischen "Kulturkampf" auf dem Rücken der Jugendlichen vor.
"Wir brauchen jetzt keine Fake-News und keine PR-Shows mehr, sondern handfeste Ergebnisse", sagt Hörlezeder. Stadt und Land müssten gemeinsam dafür sorgen, dass die noch fehlenden Mittel aufgebracht werden.
SPÖ-Jugendstadtrat Helfried Blutsch konnte auf "Heute"-Anfrage für ein Statement nicht erreicht werden.
Für die Jugendlichen in Amstetten heißt es damit weiter warten. Erst wenn die Finanzierung tatsächlich fixiert ist, kann aus der Hoffnung auf ein Don-Bosco-Comeback auch wirklich eine Wiedereröffnung werden.