Der Fall rund um einen Mastbetrieb in Traismauer (Bezirk St. Pölten-Land) sorgt weiter für heftige Reaktionen. Aufnahmen zeigen abgemagerte und kranke Tiere, verdreckte Stallbereiche sowie Rinder, die in flüssigen Fäkalien stehen – "Heute" berichtete.
Laut "Verein gegen Tierfabriken" (VGT) wurden zwischen Anfang April und Anfang August 2026 insgesamt 249 tote Tiere dokumentiert. Besonders brisant: Gegen den früheren Betreiber wurde bereits im Mai 2023 ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen. Der Betrieb wird offiziell von Familienmitgliedern weitergeführt, heißt es. Neue Videos sollen laut VGT allerdings zeigen, dass der Mann weiterhin im Stall mit Tieren umgeht. Der Verein hat erneut Anzeige erstattet.
Jetzt schalten sich auch die "Grünen" ein. Der niederösterreichische Tierschutzsprecher Dominic Hörlezeder fordert die sofortige behördliche Schließung des Betriebs und die Abnahme der Tiere.
"Dieser Betrieb steht seit 13 Jahren für Tierleid, Anzeigen und gebrochene Versprechen", kritisiert Hörlezeder. Wenn selbst ein Tierhaltungsverbot offenbar ignoriert werden könne und weiterhin Tiere leiden und sterben würden, habe "das System auf ganzer Linie versagt".
Für den Grünen gibt es nur noch eine Konsequenz: "Dieser Hof muss behördlich geschlossen und die Tiere müssen umgehend abgenommen werden."
Der Fall beschäftigt die Behörden bereits seit Jahren. Laut Bezirkshauptmannschaft wurde der Betrieb zuletzt am 12. August von der Veterinärbehörde kontrolliert. Dabei seien die Behebung festgestellter Mängel angeordnet und Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet worden. Weitere Kontrollen seien vorgesehen.
Auch die zuständige Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) erklärte bereits, der Betrieb müsse eigentlich sofort geschlossen werden. Als Problem nannte sie die Unterbringung der knapp 1.000 Tiere sowie fehlende rechtliche Möglichkeiten für ein sofortiges Vorgehen.
Hörlezeder sieht allerdings nicht nur in Traismauer ein Problem. Er fordert mehr Personal für die Tierschutzkontrollen der Bezirkshauptmannschaften. Amtstierärzte seien seit Jahren am Limit, Kontrollen könnten deshalb nicht engmaschig genug durchgeführt werden.
"Ein Tierhaltungsverbot, dessen Einhaltung niemand überprüft, ist das Papier nicht wert, auf dem es steht", so Hörlezeder.
Am Donnerstag erhöht sich auch auf der Straße der Druck. Der VGT hat für Donnerstag, den 27. August, um 16 Uhr zu einem Protestzug durch Traismauer aufgerufen. Danach ist eine Mahnwache vor dem Mastbetrieb geplant.