E-Control bestätigt

Strom bis 2040 gesichert – aber Preise bleiben hoch

Österreichs Stromversorgung bleibt bis 2040 gesichert. Doch das System wird wetterabhängiger – und das frühere Billigstrom-Niveau kehrt nicht zurück.
Newsdesk Heute
18.02.2026, 12:20
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Österreichs Stromnetz bleibt zwar auf sicherem Kurs, doch die Energieversorgung wird zunehmend zur Wetterfrage. Der aktuelle Monitoring-Bericht der E-Control zeigt: Bis 2040 ist die Versorgung gewährleistet, allerdings nimmt die Abhängigkeit vom Wetter weiter zu. Gleichzeitig dürfte das Preisniveau über dem früheren Billigstrom bleiben.

"Die Versorgungssicherheit im Strombereich wird von uns laufend analysiert und ist unter den angenommenen Szenarien bis 2040 gesichert", betonte E-Control-Vorstand Alfons Haber Montagabend.

Dass sich das Energiesystem im Umbruch befindet, zeigt sich laut Bericht vor allem an stärkeren Ausschlägen. Im wasserreichen Jahr 2024 konnte Österreich mehr Strom ausführen als einführen. Nur ein Jahr später drehte sich die Situation: Wegen geringerer Wasserführung und höherem Bedarf wurde 2025 wieder mehr Strom importiert als exportiert.

Um solche Unterschiede künftig auszugleichen, braucht es deutlich mehr Speichermöglichkeiten. Johannes Mayer, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft, verweist auf Modellrechnungen mit klarem Ergebnis: Bis 2040 seien rund 18 Gigawatt Speicherkapazität erforderlich. "Das ist ungefähr das Dreifache von heute", so Mayer.

Keine Rückkehr zu niedrigen Tarifen

Bei den Strompreisen gibt es laut Behörde zwar Stabilität, aber keine Rückkehr zu den extrem niedrigen Tarifen früherer Jahre. Für 2027 erwarten die Terminmärkte einen Großhandelspreis von rund 90 Euro pro Megawattstunde. Für Haushalte würde das einen reinen Energiepreis von etwa 10 bis 11 Cent pro Kilowattstunde bedeuten, ohne Netzkosten und Steuern.

Ein Grund für das höhere Preisniveau ist laut Mayer der Wegfall russischer Gaslieferungen. "Die Russland-Krise hat dem Weltmarkt 1.000 Terawattstunden Gas entzogen." Das fehlende Volumen wurde durch Flüssigerdgas (LNG) ersetzt, das in Einkauf und Transport teurer ist als Pipeline-Gas. Zusätzlich seien die CO₂-Preise stark gestiegen – von früher 10 bis 20 Euro auf mittlerweile 70 bis 90 Euro je Tonne.

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Auch aus wirtschaftlicher Sicht sei das frühere Preisniveau problematisch gewesen. Über rund zwei Jahrzehnte habe der Strompreis bei etwa 40 Euro gelegen. "Das war die Hälfte der Vollkosten", analysierte Mayer. Mit Preisen von 80 bis 90 Euro pro Megawattstunde ließen sich neue Kraftwerke hingegen auch ohne dauerhafte Förderungen finanzieren.

Strompreissystem soll bleiben

Diskussionen über ein Ende des Merit-Order-Prinzips weist Mayer zurück. Der grenzüberschreitende Stromhandel sei zentral für die Versorgungssicherheit. Würde man den Marktmechanismus außer Kraft setzen, fehlten Investitionsanreize – insbesondere in Regionen mit zu wenig Erzeugungskapazität. "Wenn man möchte, dass Preise sinken, muss man schauen, dass jene Regionen, die unterversorgt sind, möglichst zubauen", sagte Mayer mit Verweis auf Südosteuropa.

Erfreulich fällt laut Bericht die Entwicklung bei der Netzstabilität aus. 2024 lag die durchschnittliche ungeplante Nichtverfügbarkeit bei rund 23 Minuten pro Kunde. Im Jahr davor waren es noch 33 Minuten gewesen.

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