Der Klimawandel könnte den globalen Weizenpreis massiv in die Höhe treiben. Bei einer Erderwärmung um drei Grad würde der durchschnittliche Weizenpreis auf etwa 364 US-Dollar pro Tonne steigen – das entspricht dem Dreifachen des inflationsbereinigten Preises von 2010.
Das zeigt eine neue Analyse von Forschern des Global Change Research Institute der Tschechischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Prof. Miroslav Trnka. Das Team untersuchte, wie eng großräumige Wasserdefizite mit den Weltmarktpreisen zusammenhängen.
Nach Angaben von scinexx.de erklärt das entwickelte Modell 74 Prozent der jährlichen Schwankungen des globalen Weizenpreises zwischen 2000 und 2021. Der Zusammenhang bei Mais fiel dagegen schwächer aus; für Reis war keine vergleichbare Verbindung nachweisbar.
Zwischen 1911 und 2020 waren im Schnitt rund fünf Prozent der weltweiten Weizenanbaufläche von schwerer Wasserknappheit betroffen. In besonders trockenen Jahren wie 2000, 2010, 2012 und 2020 stieg dieser Anteil jedoch auf über 15 Prozent.
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„Wir wissen bereits, dass der Klimawandel die landwirtschaftliche Produktion beeinflusst. Neu ist hier, dass wir einen klaren Zusammenhang zwischen weit verbreiteter Dürre weltweit und den Preisen dokumentieren können, mit denen Verbraucher und Lebensmittelmärkte konfrontiert sind“Prof. Jørgen Eivind OlesenAarhus University
Bei zwei Grad globaler Erwärmung würde der mittlere Weizenpreis laut der Projektion bei etwa 273 US-Dollar pro Tonne liegen. Die Forscher betonen aber, dass es sich nicht um eine punktgenaue Preisvorhersage handelt. Energiepreise, Lagerbestände, Handelsregeln und geopolitische Entwicklungen bleiben eigenständige Einflussgrößen.
"Weizen ist eine der wichtigsten Nahrungspflanzen der Welt, was bedeutet, dass klimabedingte Produktionsprobleme schnell globale Folgen haben können. Diese Studie zeigt, dass wir Dürre als internationale Herausforderung betrachten müssen und nicht als eine Reihe isolierter lokaler Ereignisse", so Olesen.