Ein Glas Wein, ein Bier mit Freunden oder der kleine Schluck am Abend – für viele gehört Alkohol ganz selbstverständlich dazu. Doch genau dieses "eine Glas" könnte laut einer neuen großen Analyse riskanter sein als bisher gedacht.
Fachleute bringen Alkoholkonsum mit mehreren Krebsarten in Verbindung. Darunter im Mund-Rachen-Raum, in der Speiseröhre, der Leber, im Darm sowie in der Brust. Dabei gilt grundsätzlich: Je höher der Konsum, desto stärker steigt das Risiko. Neuere Auswertungen zeigen jedoch, dass bereits geringe Mengen messbare biologische Effekte im Körper auslösen können.
Beim Abbau von Alkohol entsteht unter anderem der Stoff Acetaldehyd. Dieser gilt als krebserregend, weil er die Erbsubstanz in den Zellen schädigen kann. Solche Schäden können sich über Jahre ansammeln und so die Entstehung von Krebs begünstigen.
Zusätzlich spielt Alkohol auch auf mehreren Ebenen eine Rolle: Er kann Entzündungsprozesse im Körper fördern und den Hormonhaushalt beeinflussen. Besonders relevant ist dabei das Hormon Östrogen. Studien deuten darauf hin, dass Alkohol dessen Spiegel erhöhen kann – ein Faktor, der mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten in Verbindung gebracht wird.
Auch die Leber ist betroffen: Sie baut nicht nur Alkohol ab, sondern reguliert auch Hormone im Körper. Wird sie durch regelmäßigen Konsum belastet, kann dieses Gleichgewicht gestört werden.
Am stärksten zeigte sich der Zusammenhang bei Rachenkrebs: Laut Analyse war das Risiko bei üblichen Trinkmengen um mehr als 100 Prozent erhöht. Schon geringe Alkoholmengen gingen dabei mit einem messbar höheren Risiko einher, das mit steigendem Konsum weiter zunahm.
Auch für Leberzirrhose, chronische Lebererkrankungen, Bauchspeicheldrüsenentzündungen sowie verschiedene Krebsarten fanden die Forschenden deutliche Hinweise auf erhöhte Risiken. Bei Leberzirrhose lag das Risiko im Bereich üblicher Trinkmengen um mindestens 40 Prozent höher.
Wer seinen Alkoholkonsum reduzieren möchte, kann schon mit kleinen Schritten viel verändern. Hilfreich ist es zum Beispiel, alkoholfreie Tage bewusst einzuplanen oder das erste Getränk standardmäßig alkoholfrei zu wählen – etwa ein alkoholfreies Bier oder einen Mocktail.
Auch der Wechsel zu kleineren Gläsern oder das bewusste Verlangsamen beim Trinken kann helfen, die Menge insgesamt zu senken. Als Alternative bieten sich viele alkoholfreie Optionen an, die geschmacklich längst mithalten können.