Benedikt Prand-Stritzko (27) aus Langau (Bezirk Horn, NÖ) ist seit 2023 selbstständig. "Mit der eigenen Marke habe ich vor einem Jahr angefangen", erzählt er im "Heute"-Gespräch. Der Name der Marke ist "Aurelia", benannt nach seiner ersten Tochter. Sie sei der Grund gewesen, warum er den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt hatte.
"Für mich ist die mechanische Komplexität, die den Uhren zugrunde liegt, so etwas Wunderbares", so Prand-Stritzko zu "Heute". Das Handwerk, das in einer Uhr stecken kann, habe so viel Substanz.
Mittlerweile arbeitet er mit einem Team von sieben Personen zusammen. Prand-Stritzko ist Geschäftsführer, Designer, Entwickler und Konstrukteur. Er entwickelt die neuen Modelle, sein Team realisiert diese.
Im letzten Jahr haben sie 40 Uhren gemacht, dieses Jahr würden sie rund 150 Uhren ausliefern, so Prand-Stritzko zu "Heute".
Prand-Stritzko habe die HTL für Mechatronik und danach die einzige Uhrenfachschule in Karlstein (Bezirk Waidhofen an der Thaya, NÖ) gemacht. 2020 absolvierte er den Uhrmachermeister und ging dann direkt in die Schweiz. Dort sei er als Konstrukteur und Entwickler in die Uhrwerksentwicklung eingestiegen. Nach Niederösterreich sei er 2023 wegen der Geburt seiner Tochter zurückgekehrt.
Derzeit werden diese zwei Uhren regulär im Verkauf angeboten: die 40,5 Millimeter Edition 3 (Preis: 5.900 Euro inkl. MwSt.) und die 34 Millimeter Edition 3s (Preis: 6.600 Euro inkl. MwSt.; beide mit Stunde, Minute, Sekunde und Handaufzugswerk). Für das nächste Jahr sind sie aber bereits ausverkauft.
Preislich liegen seine Uhren bei zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Dieses Jahr startet das Team aber auch mit deutlich komplexeren Uhrmodellen um mindestens 30.000 Euro durch. Die Komplexität der Uhren mache dabei den Preisunterschied aus.
Das Besondere an den Uhren? "Das ist zum einen die Menge an händischer Arbeit oder an Handwerk, die in jede von unseren Uhren hineinfließt", so der 27-Jährige. Außerdem machen sie alles selbst – von Design, technische Entwicklung, Herstellung der Einzelkomponenten, händisches Finissieren und die Montage der fertigen Uhr. Auch der persönliche Kontakt zwischen Kunden und Uhrmacher ist ein großer Punkt.
Langau ist eine kleine Gemeinde. Prand-Stritzko erklärt, dass 95 bis 98 Prozent seiner Uhren an die Kunden exportiert werden. Ihre größten Märkte seien die USA, Singapur, Dubai und Hongkong. Ein paar Kunden würden auch selbst zum Atelier kommen.
In der Zukunft möchte Prand-Stritzko ein Atelier, in dem alle Teammitglieder zusammen arbeiten können. Derzeit seien sie noch über ganz Österreich aufgeteilt. Der Geschäftsführer möchte außerdem noch komplexere Uhren bauen. Er will ein Team und eine Umgebung schaffen, mit dem sie keine Grenzen bei der Umsetzung haben. Die Ziele seien ein gesamtes Team aus 15 Personen und 300 Uhren pro Jahr.