Nach stundenlangem Zug-Chaos, gestrandeten Fahrgästen und überfüllten Ersatzbussen gibt es am Montagnachmittag endlich gute Nachrichten von den ÖBB!
Wie das Unternehmen um 15 Uhr bekannt gab, kann der Zugverkehr im Bereich Wiener Neustadt wieder weitgehend aufgenommen werden. Ab etwa 16 Uhr fahren die Fernzüge auf der Südstrecke wieder uneingeschränkt.
Auslöser war ein folgenschwerer Zwischenfall in der Nacht auf Montag, 12. Oktober. Gegen 1 Uhr rollten aus noch unbekannter Ursache zwei Güterwagen beim Ausfahrtsbahnhof Wiener Neustadt selbstständig davon und prallten gegen einen Oberleitungsmast. Die Waggons entgleisten, die Oberleitung wurde schwer beschädigt. Verletzt wurde laut ÖBB niemand.
Die Folgen waren enorm: Zahlreiche Züge fielen aus, Tausende Pendler waren betroffen. Am Bahnhof Wiener Neustadt, mit rund 580 Zügen täglich dem größten Niederösterreichs, bildeten sich im Frühverkehr große Menschentrauben.
Auch in Mürzzuschlag (Steiermark) herrschte Chaos. "Gefühlt geht gar nichts, hier sind sicher Hunderte Personen gestrandet", schilderte ein Fahrgast gegenüber "Heute".
Viele Reisende kritisierten die "fehlende Kommunikation", manche Steirer warteten stundenlang auf ihre Weiterfahrt nach Wien. Auch der eingerichtete Schienenersatzverkehr sorgte für Ärger.
Seit den Morgenstunden wurde mit Hochdruck an den beschädigten Gleisen und Oberleitungen gearbeitet. Mit Erfolg: Ab etwa 16 Uhr kann am Montag der Fernverkehr auf der Südstrecke wieder uneingeschränkt aufgenommen werden. Auch die CJX-Züge fahren wieder bis Payerbach, der Nahverkehr zwischen Wiener Neustadt und Neunkirchen startet ebenfalls wieder.
Bereits um 9.20 Uhr wurde der Betrieb auf der Puchberger- und Gutensteiner-Strecke aufgenommen.
Ganz ausgestanden ist das Chaos aber noch nicht. Zwischen Wiener Neustadt und Lanzenkirchen bleibt der Schienenersatzverkehr wegen der schweren Schäden bis auf Weiteres aufrecht.
Die Bergung der letzten Güterwagen beginnt am Abend. Ab 20 Uhr soll die Südstrecke auch für Güterzüge wieder geöffnet werden. Die ÖBB warnen weiterhin vor einzelnen Zugausfällen und Verspätungen. Fahrgäste sollten sich vor der Abfahrt über ihre Verbindung informieren und mehr Reisezeit einplanen.