Erste Tests in Österreich

Supermärkte überraschen Autofahrer mit neuer Park-Idee

Immer mehr Supermärkte setzen auf ein neues Konzept: Parkplätze, die nachts leer stehen, könnten künftig günstig vermietet werden. Die Hintergründe.
André Wilding
08.04.2026, 12:52
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Was tagsüber knapp ist, steht nachts oft leer: Parkplätze bei Supermärkten. Genau diese Flächen könnten künftig verstärkt genutzt werden - zumindest zeigen das aktuelle Entwicklungen im Ausland.

In Deutschland setzen mehrere Handelsketten bereits auf das sogenannte Nachtparken. Nach Geschäftsschluss können Autofahrer ihre Fahrzeuge auf Supermarktparkplätzen abstellen - meist bis in die frühen Morgenstunden.

Die Preise bewegen sich dabei zwischen drei und fünf Euro pro Nacht, gebucht wird das Ganze über Apps. Teilweise gibt es auch Monatsangebote. Das Modell wird aktuell in mehreren Städten getestet und schrittweise ausgebaut.

Neben Diskontern setzen auch andere Anbieter auf ähnliche Konzepte. Ziel ist es, bestehende Flächen besser auszulasten, ohne neue Parkplätze schaffen zu müssen.

Situation in Österreich

In Österreich ist man davon noch ein Stück entfernt. Hierzulande wird das Thema derzeit geprüft, konkrete Angebote sind rar. Unterstützung kommt aber vom ÖAMTC. "Unternehmen, die ihre Parkflächen außerhalb der Öffnungszeiten zur Verfügung stellen, gehören vor den Vorhang", sagt Martin Hoffer gegenüber "Heute".

Er sieht darin eine sinnvolle Lösung für ein bekanntes Problem: Während vielerorts Parkplatzmangel herrscht, bleiben versiegelte Flächen ungenutzt. "Wenn eine Fläche vorhanden ist und gleichzeitig Parkdruck besteht, spricht vieles für einen Ausgleich", so Hoffer.

Allerdings gibt es noch einige offene Punkte. So muss unter anderem geklärt werden, wann genau die Parkzeiten beginnen und enden. Auch die Interessen von Anrainern spielen eine wichtige Rolle. Zudem sind rechtliche Fragen - etwa zur Haftung - noch nicht abschließend geregelt.

"Kann zu unangenehmen Diskussionen"

Ein erster Praxistest läuft bereits: In Innsbruck beteiligt sich Spar an einem Versuch, zeigt sich aber zurückhaltend. Fahrzeuge müssten spätestens um sechs Uhr früh entfernt werden. Das könnte laut Unternehmen zu Problemen führen. "Es ist also von Bedeutung, dass die Parkplätze zu bestimmten Uhrzeiten frei sind", sagt Sprecherin Nicole Berkmann dem KURIER. "Das kann zu unangenehmen Diskussionen mit den Parkenden führen, weil sich unter Garantie nicht alle daran halten würden."

Auch andere Handelsketten prüfen das Thema. Hofer befindet sich in einer Evaluierungsphase und betont, dass der Betrieb während der Öffnungszeiten nicht beeinträchtigt werden dürfe, heißt es in dem Bericht weiter. Bei Rewe verweist man darauf, dass viele Parkflächen nicht im eigenen Besitz sind und rechtliche Grundlagen fehlen.

Erste Stunde gratis

Parallel dazu gibt es bereits andere Modelle: Lidl testet etwa an mehreren Standorten kostenpflichtiges Parken am Tag. Die erste Stunde ist gratis, danach fallen Gebühren an - mit einem gedeckelten Tagespreis, berichtet der KURIER.

Damit sich Nachtparken auch in Österreich durchsetzt, braucht es laut Experten vor allem klare Regeln. Vertreter von Konsumentenschutz, Wirtschaft und Arbeitnehmern müssten gemeinsame Lösungen finden.

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