Die Zukunft vieler Unimarkt-Filialen ist gesichert: Wie das Unternehmen mit Sitz in Traun am Dienstag mitteilte, hat die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) der Übernahme von insgesamt 43 Standorten durch die Handelsriesen Rewe und Spar zugestimmt. Damit sei ein "wesentlicher Teil des Standortprozesses" abgeschlossen – und die regionale Nahversorgung bleibt vielerorts erhalten.
Im Detail übernimmt Spar 23 Standorte, Rewe weitere 20. "Die aktuellen Entwicklungen schaffen wichtige Klarheit", betont Unimarkt-Geschäftsführer Andreas Hämmerle. "Wir konnten, trotz eines herausfordernden Marktumfeldes, tragfähige Lösungen erarbeiten, die sowohl wirtschaftliche Rahmenbedingungen als auch die Nahversorgung in vielen Regionen berücksichtigen."
In Oberösterreich übernimmt Rewe demnächst die Filialen in Andorf, Frankenmarkt, Gaspoltshofen, Gutau, Münzkirchen, Neuhofen an der Krems, Neumarkt im Hausruck, Ort im Innkreis, Raab, Vöcklabruck, Vöcklamarkt, Waldhausen und Weitersfelden.
Auch Auflagen gibt es: Fünf der insgesamt 13 zukünftigen Rewe-Standorte in Oberösterreich dürfen nicht direkt vom Konzern geführt werden. Laut Bundeswettbewerbsbehörde müssen die Filialen in Andorf, Frankenmarkt, Raab, Waldhausen und Weitersfelden für mindestens zehn Jahre von selbstständigen Adeg-Kaufleuten betrieben werden.
Rewe-Vorstand Marcel Haraszti betont: "Unser Ziel ist es nun, gemeinsam mit starken Kaufleuten und engagierten Teams nachhaltige Lösungen für die Nahversorgung zu schaffen. Mit Adeg, Billa und Penny verfügen wir über starke Formate, mit denen wir auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten Standorte betreiben, Arbeitsplätze erhalten und die Versorgung der Menschen in den Regionen langfristig absichern können. Gleichzeitig freuen wir uns, möglichst vielen bisherigen Unimarkt-Mitarbeiter:innen eine stabile Perspektive zu bieten."
Neben den 43 gesicherten Unimarkt-Filialen konnten für sechs weitere Standorte "tragfähige Perspektiven" entwickelt werden. Fünf davon sollen weiter als Lebensmittelgeschäfte betrieben werden – die Details dazu sind noch in Ausarbeitung. Für etwa zehn weitere Filialen laufen aktuell Gespräche mit selbständigen Kaufleuten über mögliche Nachfolgelösungen.
Insgesamt ergibt das rund 50 Standorte, für die eine Fortführung fix oder zumindest wahrscheinlich ist. Damit ist mehr als die Hälfte der zuletzt rund 90 Unimarkt-Filialen vor dem Aus gerettet.
Für etwa 30 Filialen kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Trotz intensiver Bemühungen konnte keine wirtschaftlich tragfähige Lösung gefunden werden. Diese Standorte wurden bereits geschlossen oder werden in den kommenden Wochen vom Netz genommen. Für die betroffenen Mitarbeiter gibt es einen Sozialplan, der in Abstimmung mit der Personalvertretung erarbeitet und bereits am 30. Oktober 2025 abgeschlossen wurde.
Die Übergaben sollen noch im ersten Quartal 2026 erfolgen. Die übernehmenden Unternehmen führen die Filialen im Sinne der Nahversorgung weiter – unter neuer Führung, aber mit vertrautem Sortiment.