Der politische Schlagabtausch zwischen Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) und FPÖ-Chef Herbert Kickl geht in die nächste Runde. Nachdem der SPÖ-Minister erklärt hatte, Kickl werde niemals Bundeskanzler, meldete sich der Freiheitliche am Sonntag auf Facebook zu Wort. Dabei teilte er kräftig gegen Marterbauer und dessen Partei aus.
"Der nächste Systemling gibt Einblick in seine wirre Gedankenwelt. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Wähler! Und das von jemandem, dessen Partei ein Chaoshaufen ist …", schrieb Kickl auf seiner Facebook-Seite.
Der FPÖ-Chef griff auch das Abschneiden der Sozialdemokraten bei der Nationalratswahl 2024 auf. Die SPÖ habe damals ihr schlechtestes Ergebnis aller Zeiten eingefahren, kritisierte Kickl. Außerdem gebe es in der Partei derzeit niemanden, der den Vorsitz übernehmen wolle. Marterbauer selbst habe sich 2024 gar nicht der Wahl gestellt, hielt der Freiheitliche fest.
"Wir haben also bald einen nicht gewählten Bundeskanzler und dazu einen nicht gewählten Vizekanzler …", schrieb Kickl weiter.
Auslöser des Schlagabtauschs waren Aussagen Marterbauers in einem Interview mit "Heute". Der Finanzminister hatte erklärt, er glaube nicht, dass Herbert Kickl jemals Bundeskanzler werde. Die FPÖ sei von extremistischen Kräften unterwandert und habe für Sachprobleme keine Lösungen, behauptete der SPÖ-Politiker.
Auch bei der Zusammenarbeit mit anderen Parteien sieht Marterbauer ein grundsätzliches Problem. "Mit Kickl will niemand zusammenarbeiten, weil er gar nicht zur Zusammenarbeit in der Lage ist", sagte er.
Marterbauer legte sogar noch nach. Kickl habe bei der Nationalratswahl 2024 zwar mit der FPÖ den ersten Platz erreicht, aber nur 29 Prozent der Stimmen erhalten. "Um eine Wahl zu gewinnen, braucht man 50 Prozent. Er hat ja keine Partner gefunden", argumentierte der Finanzminister.
Die FPÖ war bei der Nationalratswahl im September 2024 mit 28,8 Prozent stimmenstärkste Partei geworden. Eine Regierungsbildung unter Kickl scheiterte damals an den Koalitionsverhandlungen.
Kickl kündigte in seiner Facebook-Replik eine politische Antwort an. "Wir werden unsere Antwort auf diese Verhöhnung der Bevölkerung bei den kommenden Wahlen geben!", schrieb der FPÖ-Chef.
Damit verschärft sich der Schlagabtausch zwischen den beiden Politikern in einer ohnehin politisch sehr angespannten Situation.
Während Marterbauer eine Kanzlerschaft Kickls für unwahrscheinlich hält und auf eine Zusammenarbeit der demokratischen Parteien setzt, wirft der FPÖ-Chef der Regierung und der SPÖ vor, den Wählerwillen zu missachten.