Die Bundesrepublik Deutschland der 1970er-Jahre war von politischen Konflikten, gesellschaftlichen Umbrüchen und der Angst vor Terroranschlägen geprägt. Genau in dieses Spannungsfeld führt das neu angekündigte Spiel "Soko 1977: Anti-Terror Task Force". Hinter dem Projekt stehen das Berliner Entwicklerstudio Paintbucket Games sowie die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Die Veröffentlichung ist für Anfang 2027 auf Steam geplant.
Mit dem neuen Titel setzen die Entwickler auf ein historisch-politisches Szenario, das sich mit einem besonders sensiblen Abschnitt der deutschen Nachkriegsgeschichte beschäftigt. Im Mittelpunkt steht nicht die Perspektive von Aktivisten oder Terroristen, sondern jene einer polizeilichen Sonderkommission. Die Spieler übernehmen die Leitung einer Einheit, die in einer Zeit erhöhter Bedrohungslage gegen terroristische Strukturen vorgehen soll.
Das Spiel führt in eine Phase, in der die Bundesrepublik vor großen Herausforderungen stand. Die Gesellschaft war von politischen Gegensätzen geprägt, während die Sicherheitsbehörden unter enormem Druck arbeiteten. In dieser Umgebung müssen Spieler Verdächtige identifizieren, Hinweise auswerten und Einsätze koordinieren. Entscheidungen werden dabei häufig unter Zeitdruck getroffen, während gleichzeitig nur begrenzte Informationen zur Verfügung stehen.
Nach Angaben der Entwickler sollen Ermittlungen nicht nach einem festen Muster ablaufen. Stattdessen sorgen zufällig generierte Elemente dafür, dass sich jede Spielrunde anders entwickelt. Dadurch entstehen immer neue Fälle und unterschiedliche Herausforderungen. Die dargestellten Ereignisse orientieren sich zwar an historischen Entwicklungen, erzählen jedoch keine reale Geschichte nach. Vielmehr setzen die Entwickler auf fiktive, aber historisch glaubwürdig gestaltete Szenarien.
Neben den eigentlichen Ermittlungen rücken auch gesellschaftliche Auswirkungen in den Fokus. Spieler müssen sich mit kritischen Fragen von Medienvertretern auseinandersetzen, Verhöre führen und das Verhältnis zu ihrem Team pflegen. Gleichzeitig beeinflussen ihre Entscheidungen die öffentliche Wahrnehmung der Arbeit der Sonderkommission. Währenddessen wächst der Druck von Politik, Gesellschaft und Medien kontinuierlich an.
Gerade dieser Aspekt soll laut den Verantwortlichen zentrale Fragen aufwerfen. Wie weit darf ein demokratischer Staat gehen, um seine Bürger zu schützen? Welche Maßnahmen sind in Krisenzeiten gerechtfertigt? Und an welchem Punkt werden rechtsstaatliche Grenzen überschritten? Das Spiel will diese Fragen nicht mit einfachen Antworten lösen, sondern die Spieler mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen konfrontieren.
Für die Entwicklung setzt Paintbucket Games auf umfangreiche historische Recherchen. Zusätzlich wird das Projekt durch fachliche Beratung von Zeit- und Polizeihistorikern begleitet. Die Bundeszentrale für politische Bildung fungiert dabei als Auftraggeberin. Ziel sei es, historische Themen in einer Form aufzubereiten, die zur Auseinandersetzung mit Demokratie, Extremismus und staatlichem Handeln anregt.
Paintbucket Games ist bereits für Spiele bekannt, die historische und gesellschaftliche Themen aufgreifen. Mit "Soko 1977: Anti-Terror Task Force" bleibt das Berliner Studio dieser Linie treu und widmet sich erneut einem Kapitel der Geschichte, das bis heute Diskussionen auslöst. Die Entwickler betonen dabei, dass es sich ausdrücklich nicht um eine Rekonstruktion tatsächlicher Ereignisse handelt. Stattdessen sollen fiktionale Geschichten genutzt werden, um historische Zusammenhänge und politische Fragestellungen erfahrbar zu machen.
Bis zum geplanten Start Anfang 2027 bleibt noch Zeit. Schon jetzt zeichnet sich jedoch ab, dass "Soko 1977: Anti-Terror Task Force" ein Spiel werden soll, das nicht nur auf Spannung setzt, sondern auch schwierige Fragen über Sicherheit, Freiheit und Demokratie in den Mittelpunkt rückt.