Deutschland will nach der Niederlage bei der Wahl für den UN-Sicherheitsrat einen neuen Anlauf nehmen. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, dass sich die Bundesrepublik für die Amtsperiode 2035/36 erneut um einen Sitz im mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen bewerben wird.
"Wir bewerben uns für die Periode 2035/36 erneut als Mitglied des UN-Sicherheitsrates", sagte Merz am Freitag am Rande des EU-Westbalkan-Gipfels in Montenegro. "Wir werden das diesmal längerfristig von Anfang an gut vorbereiten."
Der CDU-Politiker machte zugleich deutlich, dass er innerhalb Europas für eine gemeinsame Linie werben will. Hintergrund ist, dass mehrere europäische Staaten um die begrenzten Sitze konkurrieren können.
"Es gibt noch ein weiteres Land aus der westeuropäischen Gruppe, das sich ebenfalls bewerben wird", erklärte Merz. "Ich werde auch in der Europäischen Union dafür werben, dass es bei diesen beiden Ländern bleibt, dass es also nicht wieder konkurrierende Bewerbungen aus Europa, insbesondere konkurrierende Bewerbungen aus der Europäischen Union gibt."
Die Ankündigung folgt auf eine überraschende Niederlage Deutschlands bei der Wahl in New York. Am Mittwoch hatte die Bundesrepublik für einen der zwei nicht-ständigen Sitze im UN-Sicherheitsrat für die Jahre 2027 und 2028 kandidiert.
Bei der Abstimmung in der UN-Vollversammlung setzte sich jedoch Portugal mit 134 Stimmen durch. Österreich erhielt 131 Stimmen und sicherte sich ebenfalls einen Sitz. Deutschland kam lediglich auf 104 Stimmen und verpasste damit den Einzug in den Sicherheitsrat deutlich.
Nach dem Rückschlag richtet Berlin den Blick nun bereits auf die nächste mögliche Kandidatur in zehn Jahren.