Teure Öffis, explodierende Mieten, dazu knappes Angebot am Arbeitsmarkt: Die Situation für junge Menschen in Wien war schon einmal leichter. Die Wiener Grünen rund um Parteichefin Judith Pühringer und Jugendsprecher Theo Löcker fordern ein Maßnahmenpaket.
Die Teuerung beginnt in Wien für junge Leute schon bei den Öffi-Preisen: Seit Jahresbeginn sind diese für Studierende massiv gestiegen, gleichzeitig wurde das Semesterticket mit 1. Februar gestrichen. Für viele wird damit der Weg zur Uni oder Lehrstelle zur finanziellen Belastung.
Auch beim Wohnen zeigt die Kurve steil nach oben: Bei privaten Wohnungen sind die Neuvertragsmieten von 8,50 Euro auf fast 14 Euro pro Quadratmeter gestiegen. „Junge Menschen müssen derzeit mit vielen Herausforderungen kämpfen: Die steigenden Lebenshaltungskosten machen den Alltag zur Belastung, leistbares Wohnen ist oft unerreichbar, gleichzeitig wächst die Einsamkeit unter jungen Menschen. Wir dürfen diese Sorgen nicht ignorieren. Es ist unsere Verantwortung, Perspektiven zu schaffen – mit leistbarem Wohnraum, günstigen Öffis und einer Gesellschaft, die niemanden zurücklässt”, so Grünen-Chefin Judith Pühringer.
Am Arbeitsmarkt spitzt sich die Lage zu. Aktuell sind 13.109 Menschen unter 25 Jahren arbeitslos, die Zahl der Lehrstellensuchenden ist im Vergleich zu 2024 um 11,1 Prozent gestiegen. Der Andrang ist enorm: Von 10.500 Bewerbungen auf Lehrstellen der Stadt Wien werden nur 230 aufgenommen.
Besonders betroffen sind junge Menschen in unsicheren Jobs: 42 Prozent arbeiten Teilzeit. Die Folge sind laut Grünen zunehmende Armut, psychische Belastungen und soziale Ausgrenzung. Besonders schlecht ist die Situation für junge Menschen mit Inklusionsbedarf: Hier fehlt es an Schul- und Ausbildungsplätzen. Die Stadt Wien bildet laut Grünen derzeit nur neun Jugendliche mit Inklusionsbedarf als Lehrlinge aus.
"Früher galt ein Aufstiegsversprechen: Lern was Gescheites, arbeite hart, dann kannst du dir irgendwann eine Wohnung kaufen und kriegst eine Pension. Dieses Versprechen gilt für uns Junge heute nicht mehr. Eine Krise nach der anderen raubt uns die Zeit, unbeschwert jung und frei zu sein – politische Lösungen? Spärlich. Mit unseren Projekten wollen wir junge Menschen für Politik und Demokratie begeistern und einen Beitrag gegen Jugendeinsamkeit leisten", so Löcker.
Erstens: leistbare Öffis. Ein Jugendticket für alle unter 26 Jahren soll 79 Euro pro Jahr kosten.Zweitens: leistbares Wohnen. Gefordert werden ein Wohnungskautionsfonds, leichterer Zugang zu Gemeindebau und sozialem Wohnbau für unter 30-Jährige in Ausbildung sowie eine Wohnbeihilfe für Studierende und Lehrlinge.
Drittens: mehr Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Der Ausbau von Angeboten im Jugendcollege, mehr Lehrstellen in städtischen Betrieben sowie ein Ausbildungsfonds für Unternehmen werden von den Grünen angedacht. Viertens: Auch Maßnahmen gegen Einsamkeit müssten getroffen werden.