Die Tierschutzorganisation Humane World for Animals (früher Humane Society International) macht jetzt mit einer neuen, auffälligen Kampagne Druck auf die EU-Kommission: Es soll endlich ein Verbot für Pelztierhaltung und den Verkauf von Pelz geben.
Im Mittelpunkt steht ein Video, das zeigt, wie brutal es auf Pelztierfarmen wirklich zugeht – und das ganz anders als das schicke Image, mit dem der Pelzhandel wirbt. Dazu wurden Fotos von Tieren in Not auf Pelzmäntel und andere Kleidungsstücke projiziert, die Models bei einem Shooting mit dem bekannten Modefotografen Fro Rojas getragen haben. Damit will die Organisation zeigen, was wirklich hinter dem Glanz steckt.
Obwohl bereits 24 europäische Länder, darunter 18 EU-Staaten, die Pelztierhaltung verboten oder stark eingeschränkt haben, gibt es in der EU noch immer über 6 Millionen Tiere auf fast 1.200 Pelztierfarmen. Besonders betroffen sind Länder wie Finnland, Dänemark, Spanien, Griechenland und Ungarn. Die Zustände dort sind erschreckend: Im Juli 2025 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigt, dass auf diesen Farmen die Grundbedürfnisse von Nerzen, Füchsen, Marderhunden und Chinchillas NICHT erfüllt werden.
2023 haben mehr als 1,5 Millionen Menschen in der EU die Initiative "Fur Free Europe" unterschrieben. Sie fordern ein EU-weites Verbot der Pelztierhaltung und des Pelzhandels. Die Europäische Kommission will dazu im nächsten Monat ihre Antwort veröffentlichen. Bis dahin sammelt Humane World for Animals weiter Unterschriften für eine eigene Petition, die bald an die EU-Kommission übergeben werden soll. Sollte die Kommission ein Verbot vorschlagen, müssen das Europäische Parlament und der Rat der Minister zustimmen.
Ein paar Fakten rund um Pelz:
Die EFSA hat in ihrem Gutachten aufgezählt, dass die Käfige auf Pelztierfarmen zu klein und zu karg sind, die Tiere auf Drahtgitterboden leben müssen, unter Langeweile und Stress leiden und nicht einmal normale Verhaltensweisen wie Spielen, Graben oder Kauen ausleben können. Chinchillas fehlt der Zugang zu Sandbädern, Nerzen das Wasser zum Schwimmen. Es kommt zu Aggressionen, Verletzungen, Kannibalismus und sogar zum Töten von Nachwuchs, weil die Tiere auf kleinsten Raum zusammengepfercht sind.
Unterscheibe auch du und sage NEIN zu diesem sinnlosen Tierleid! Danke
Auch für die Gesundheit sind Pelztierfarmen ein Risiko: Auf fast 500 Nerzfarmen in Europa und Nordamerika wurde COVID-19 nachgewiesen, Millionen Tiere mussten deshalb getötet werden. Das Vogelgrippevirus H5N1 wurde schon auf 72 europäischen Pelzfarmen nachgewiesen. Rund eine halbe Million Nerze, Füchse und Marderhunde wurden deswegen getötet.
Umweltfreundlich ist Pelz auch nicht. Eine Studie zeigt: Ein Kilo Nerzfell verursacht mit 309,91 Kilo CO₂-Äquivalent eine 31-mal schlechtere Klimabilanz als Baumwolle. Auch Marderhund- und Fuchspelz schneiden miserabel ab.