Mit großer Anteilnahme nimmt das Land Niederösterreich Abschied von Franz Xaver Ölzant, einem der bedeutendsten Bildhauer der österreichischen Gegenwartskunst, wie es in einer Aussendung heißt.
Mit seinem unverwechselbaren künstlerischen Werk, seiner engen Verbundenheit mit dem Waldviertel und seinem außergewöhnlichen Gespür für die Formen der Natur habe er die Kunstlandschaft von Niederösterreich nachhaltig geprägt.
"Franz Xaver Ölzant war ein außergewöhnlicher Künstler, der mit seinem Werk weit über die Grenzen Niederösterreichs hinausstrahlte. Er hat aus der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft unseres Landes eine unverwechselbare künstlerische Sprache geschaffen. Mit seinem Werk hinterlässt er unserem Land ein wertvolles kulturelles Erbe, das auch für kommende Generationen von Bedeutung sein wird", so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
1934 in der Steiermark geboren, fand Franz Xaver Ölzant im Waldviertel seine künstlerische Heimat. Nach seinem Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien lebte und arbeitete er von 1958 bis 1965 in Pfaffenschlag und nach Zwischenjahren in Wien kehrte er 1976 in die Region zurück, die für sein künstlerisches Schaffen zu einer entscheidenden Inspirationsquelle wurde.
Ölzant entwickelte eine eigenständige Formensprache, die sich mit den grundlegenden Beziehungen zwischen Natur, Gestaltung und Ornament auseinandersetzte. Damit nahm er eine bedeutende Position innerhalb der österreichischen Bildhauerei des 20. Jahrhunderts ein.
Besonders eng ist sein Werk mit den Findlingen des Waldviertels verbunden. Aus den geologischen Gegebenheiten der Region entwickelte Ölzant Kunstwerke, die Landschaft und Skulptur miteinander verschmelzen lassen. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die 1994 entstandene "Basilika" nahe Waidhofen an der Thaya: Aus Dioritfindlingen formte er eine monumentale, kirchenähnliche Anlage, die sich eindrucksvoll in die Landschaft einfügt.
Seine Arbeiten im öffentlichen Raum, darunter auch jene im Umfeld des Landhauses in St. Pölten, machen Kunst für die Menschen unmittelbar erlebbar und bereichern das kulturelle Erbe unseres Landes.
Mit dem Würdigungspreis des Landes Niederösterreich für bildende Kunst wurde Ölzant im Jahr 2005 ausgezeichnet. Seine künstlerische Bedeutung wurde auch durch seine langjährige Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste Wien unterstrichen, an der er ab 1986 als Professor und Leiter einer Meisterklasse wirkte.
Franz Xaver Ölzant hinterlässt ein Werk, das die Grenzen zwischen Kunst und Natur, zwischen Material und Form immer wieder neu auslotet. Seine Skulpturen sind Teil der kulturellen Identität Niederösterreichs geworden. Besonders im Waldviertel wird seine künstlerische Handschrift dauerhaft sichtbar und erlebbar bleiben.