US-Präsident Donald Trump gibt seinen Widerstand gegen die Veröffentlichung der Epstein-Akten auf. Laut CNN tat er dies erst, als klar wurde, dass er im Repräsentantenhaus eine Niederlage erleiden würde. Verbündete hatten ihm in den vergangenen Tagen vermittelt, dass die Freigabe des Materials politisch nicht mehr zu stoppen sei.
Noch am Wochenende hatte Trump vergeblich versucht, republikanische Abgeordnete von ihrer Unterstützung abzubringen. Er beschimpfte sie gar als "weich und dumm". Auch seine enge Vertraute Marjorie Taylor Greene griff er an und entzog ihr die Unterstützung.
Am Montag erklärte Trump schließlich im Oval Office, er würde die Vorlage unterschreiben. Berater sehen darin einen taktischen Rückzug: Die Republikaner hoffen, das Thema rasch abzuräumen und sich wieder auf andere Schwerpunkte zu konzentrieren.
Trump bleibt dennoch verärgert über die Debatte. Er betrachtet die Epstein-Akten als Ablenkung und weist erneut jede persönliche Verbindung zum verurteilten Sexualstraftäter zurück.
Am Dienstag wird im Repräsentantenhaus in Washington eine Abstimmung zur Freigabe aller Epstein-Akten erwartet. Abgeordnete rechnen mit breiter Zustimmung zu dem Gesetz. Vor dem Votum findet eine Pressekonferenz von Abgeordneten beider Seiten mit Missbrauchsopfern statt. Wie schnell die Akten tatsächlich veröffentlicht werden, ist offen. Der Senat dürfte frühestens im Dezember darüber beraten.