Wer möchte, dass sein Kind im Wiener Kindergarten Mittagessen erhält, muss künftig wohl tiefer in die Tasche greifen. Der Essensbeitrag soll bereits ab dem 1.1.2026 angepasst werden – über zehn Prozent mehr werden Eltern dann für die Versorgung ihrer Kleinen zahlen, wie im Bildungsausschuss kommende Woche beschlossen werden soll.
Wie kommt es nun zu dieser Preissteigerung? Als Begründung werden der Verbraucherpreisindex der Statistik Austria sowie der steigende Aufwand für die Qualitätssicherung der Mahlzeiten, der wachsende Unterstützungsbedarf und der zusätzliche hygienische Aufwand angeführt.
Für VP-Bildungssprecher Harald Zierfuß steht fest: "Eine Anhebung des Essensbeitrags um über zehn Prozent – also weit über der Inflation – ist in Zeiten wie diesen nicht zu rechtfertigen." Nach all den Gebührenerhöhungen in der Vergangenheit käme nun auch noch diese zusätzliche Belastung hinzu.
Familiensprecherin Sabine Keri (VP) macht deutlich: "Wir stellen uns klar gegen zusätzliche Belastungen von arbeitenden Familien." Dem Ziel, die kinderfreundlichste Stadt der Welt zu werden, käme man so keinesfalls näher. "Ganz im Gegenteil: Wieder einmal werden Familien von dieser rot-pinken Stadtregierung im Regen stehen gelassen", heißt es.
"Die Erhöhung der Essensbeiträge im Kindergarten reiht sich in die unsozialen Kürzungsmaßnahmen der letzten Monate ein", heißt es seitens der Wiener Grünen. Schon wieder würden Beiträge dort erhöht, wo es die Falschen treffen würde, nämlich Kinder und Familien. "Eine über 10-prozentige Erhöhung des Beitrags ist auch nicht mit der Inflation zu argumentieren, hier werden schlichtweg am Rücken der Kinder Budgetlöcher gestopft", sind sie sich mit der VP einig.
Auf "Heute"-Anfrage erklärte das Büro der zuständigen Stadträtin, Bettina Emmerling (Neos): "In den vergangenen Jahren sind die Kosten für Lebensmittel, Energie und Dienstleistungen im Bereich der Verpflegung kontinuierlich gestiegen. Diese Entwicklung betrifft auch den elementarpädagogischen Bereich". Um weiterhin eine ausgewogene, gesunde und kindgerechte Ernährung gewährleisten zu können, müsse man den monatliche Essensbeitrag für Kinder im Kindergarten anpassen.
Damit stelle man sicher, dass Kinder weiterhin gesunde und ausgewogene Mahlzeiten erhalten und Familien dieses kostengünstige Angebot wahrnehmen könne. Dieses sei im Vergleich zu privaten Anbietern (der durchschnittliche Essenbeitrag würde 120 Euro betragen) wesentlich geringer. Eine Befreiung von den Essenskosten sei auch weiterhin möglich, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind.