Die Polizei schaut im Schwerverkehr jetzt noch genauer hin. In Niederösterreich wurden im vergangenen Jahr bei knapp 16.000 Kontrollen insgesamt 83.560 Anzeigen erstattet. Rund jede zweite Anzeige betraf Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten.
Der Grund für den Anstieg: Seit 2024 arbeitet die Polizei mit neuer Kontrollsoftware. Damit können verdächtige Fahrzeuge gezielter herausgefiltert und Verstöße genauer erkannt werden. Die Kontrollen dauern dadurch zwar länger, treffen dafür aber deutlich öfter ins Schwarze.
Am 6. Juli schaute sich Innenminister Gerhard Karner (VP) die Kontrollen am Verkehrskontrollplatz Wolfsbach (Bezirk Amstetten) persönlich an. Die Bilanz des Schwerpunktes vor Ort: 80 Anzeigen, zwölf Organmandate, elf untersagte Weiterfahrten, zehn Sicherheitsleistungen, sechs Kennzeichenabnahmen und zwei illegal aufhältige Personen mit Ausreiseverpflichtung.
Auch neue EU-Regeln sorgen für mehr Druck auf den Schwerverkehr. Seit 1. Juli 2026 gelten die erweiterten Vorgaben zu Ruhezeiten und Fahrtenschreibern. Intelligente Fahrtenschreiber der zweiten Generation sind nun auch für gewerblich genutzte Fahrzeuge und Gespanne zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen im internationalen Verkehr Pflicht.
Die Kontrollplätze werden aber nicht nur für den Schwerverkehr genutzt. Auch fremdenpolizeiliche Planquadrate finden dort statt. Ziel ist der Kampf gegen die Schleppermafia. Laut Polizei gab es seit Jahresbeginn im Bereich der Westautobahn keine Schlepperfestnahme mehr. Auch im Burgenland gingen die Aufgriffe stark zurück: in der vergangenen Woche waren es nur sechs nach illegalen Grenzübertritten.
Karner betonte in Wolfsbach, dass die Sicherheit der Menschen im Mittelpunkt stehe – beim Kampf gegen Schlepper ebenso wie bei den Kontrollen im Schwerverkehr.