Vier Jahre sind es im Februar, seitdem Russland den Angriffskrieg auf die Ukraine begann. Hunderttausende Menschen kamen seitdem ums Leben, es begann die große Fluchtbewegung: Millionen Ukrainer wollten dem Krieg entkommen.
88.860 Vertriebene leben derzeit in Österreich. Aber: Ab Donnerstag (8. Jänner) wird das letzte Ankunftszentrum für Ukrainevertriebene in Wien geschlossen. Im Hackinger Schlosspark in Wien-Hietzing wurden zu Beginn der Woche noch 160 Flüchtlinge von der Volkshilfe betreut. Ihnen wurde bei Behördenwegen geholfen, sie bekamen hier Verpflegung. Aktuell kommen wöchentlich immer noch bis zu 80 Menschen aus der Ukraine in Wien an.
Noch bis März 2026 können Ukrainer einen "Schutzstatus" erlangen. Das bedeutet, sie haben Aufenthaltsrecht, sie dürfen hier arbeiten, lernen, sie haben Zugang zum Gesundheitswesen und zu Sozialleistungen.
Noch vor etwa drei Jahren war es zumindest einem Drittel dieser Geflüchteten klar: Sie wollen unbedingt zurück in ihre Heimat. Eine Studie zeigt, seitdem hat sich sehr viel verändert: Die Mehrheit will jetzt in Österreich bleiben.
56 % möchten "ganz sicher nicht" oder "eher nicht" in die Ukraine zurückkehren. 59 % fühlen sich Österreich sogar "zugehörig".
"Konkrete Pläne zu einer Rückkehr in die Ukraine haben 2024 lediglich 3 % der Befragten (neuere Zahlen gibt es nicht); das ist deutlich weniger als 2022 und 2023 (30 % bzw. 13 %)", das steht in der Studie des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Dafür wurden 1.358 Ukrainer in Österreich interviewt.
29 % wissen nicht, ob sie in ihre Heimat zurückkehren wollen oder nicht.
Auszug aus der Studie: "Die wichtigsten Voraussetzungen für eine Rückkehr in die Ukraine sind für die meisten Vertriebenen nach wie vor die Sicherheit in der Heimat (Frauen: 61 %; Männer: 49 %, siehe Grafik)."
Deutschkenntnisse sind Ukrainern sehr wichtig. Die Studie zeigt: Je besser sie die Sprache können, desto zufriedener sind sie. "Personen, die ihre Deutschkenntnisse als 'hoch' einschätzen, waren mit 66 % sehr oder eher zufrieden mit ihrem Leben in Österreich. Bei Personen, die keine Deutschkenntnisse haben ("gar nicht"), waren es nur 37 %.“
Von den Geflüchteten sind zum Zeitpunkt der Studie 47 % der Männer und 44 % der Frauen berufstätig.