Folgen für betroffene Länder

UN warnt – Viel weniger Geld für weltweite Aidshilfe

Die weltweiten Mittel für HIV-Hilfsprogramme sind laut UN-Bericht stark gesunken, Experten warnen vor möglichen Folgen für betroffene Länder.
Newsdesk Heute
27.07.2026, 22:08
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Im vergangenen Jahr sind weltweit die Gelder zur Bekämpfung von Aids laut UN-Aidshilfe stark gekürzt worden. Die finanziellen Mittel für HIV-Hilfsprogramme in Entwicklungsländern sind 2025 im Vergleich zum Jahr davor um fast 20 Prozent zurückgegangen, so ein Bericht der UNO. Anlass ist die am Montag gestartete Aids-Konferenz in Rio de Janeiro. Trotz der Kürzungen kommt der Großteil des Geldes weiterhin aus den USA.

"Wenn wir nicht so zusammenstehen, wie wir es in der Vergangenheit getan haben, werden wir ein Wiederaufflammen erleben", warnte Angeli Achrekar, die stellvertretende Chefin des UN-Programms UNAIDS, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Sie sprach damit die Gefahr einer erneuten Ausbreitung des HI-Virus an. Die USA hatten ihre Hilfsprogramme unter Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr reduziert, und auch europäische Länder wie Deutschland und Frankreich folgten diesem Schritt.

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Laut dem UN-Bericht sind die jährlichen Gelder für die Aidshilfe aus Europa seit 2011 um mehr als die Hälfte gesunken. Die USA haben diese Lücke teilweise geschlossen: Trotz der massiven Kürzungen kamen im Vorjahr fast drei Viertel der staatlichen Hilfsgelder aus den USA. Fachleute sagen aber, dass es noch zu früh ist, um die genauen Auswirkungen der Einsparungen zu beurteilen.

Präparat gilt als bahnbrechend

Die am stärksten betroffenen Länder, viele davon südlich der Sahara, haben ihre eigenen Ausgaben erhöht. Trotzdem sind viele Entwicklungsländer laut UNO noch immer zu etwa 90 Prozent auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen. Die Zahl der neuen HIV-Infektionen und Todesfälle durch Aids ist im vergangenen Jahr laut UN-Programm auf den niedrigsten Stand seit mehr als 30 Jahren gefallen.

In 21 Ländern ist die Zahl der Neuinfektionen aber gestiegen. Nur gut die Hälfte aller infizierten Kinder hat nach Einschätzung der UNO Zugang zu Medikamenten, die die Ausbreitung des HI-Virus verhindern können. Achrekar forderte daher die Pharmakonzerne auf, neue Medikamente "für alle zugänglich und erschwinglich" zu machen.

Der US-Hersteller Merck hat vor Beginn der Aidskonferenz bereits angekündigt, die Produktion von Nachahmermedikamenten für sein neues, noch nicht zugelassenes Mittel zu erlauben. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen hat vergangene Woche auch den US-Konzern Gilead aufgefordert, sein zur Aids-Prävention eingesetztes Medikament in mehr Ländern verfügbar zu machen.

Dieses Präparat gilt als bahnbrechend, weil es nur zweimal im Jahr gespritzt werden muss. Menschen in Brasilien, Argentinien, Mexiko und Peru sind derzeit von einer Behandlung ausgeschlossen, obwohl das Medikament dort getestet wurde, kritisierte die Organisation. Zudem sei das Mittel viel zu teuer: Der Wirkstoff könnte für 40 Dollar (etwa 35 Euro) pro Patient und Jahr hergestellt werden, in den USA kostet die Behandlung aber 28.000 Dollar jährlich.

{title && {title} } red, {title && {title} } 27.07.2026, 22:08
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