In Frankreich, Spanien und Italien wüten derzeit beispiellose Brände. Mit dem Feuer zieht auch giftiger Rauch über Städte und Urlaubsorte. Besonders gefährdet sind alte Menschen, Asthmatiker, Kinder und Schwangere. Aber auch alle anderen Bewohner und Urlauber sollen laut Behörden im Ernstfall im Haus bleiben, die Räume abdichten und auf körperliche Anstrengung verzichten.
Drinnen bleiben! Die Behörden in Frankreich rufen die Menschen nahe den Brandgebieten dazu auf, möglichst in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Türen, Fenster und Rollläden sollen geschlossen bleiben, elektrische Lüftungen ausgeschaltet werden. Drinnen sind Zigaretten, Kerzen und Räucherstäbchen tabu.
Das Auto soll stehen bleiben, außer es wird für eine Evakuierung gebraucht. "Der wichtigste Schutz besteht darin, sich dem Rauch gar nicht erst auszusetzen", sagt der Lungenspezialist Mathieu Molimard von der Universitätsklinik Bordeaux. Westlich der Stadt breiten sich derzeit unkontrolliert die Flammen aus. "Wenn der Wind gedreht hat und die Luftqualität wieder besser ist, kann man die Wohnung wieder lüften", erklärt Molimard.
Wer unbedingt das Haus verlassen muss, kann sich kurzfristig mit einer FFP2-Maske vor Feinstaub schützen. Sie hilft zwischen vier und acht Stunden gegen die kleinen Partikel, hält aber giftige Gase wie Stickstoffmonoxid oder das stechend riechende Acrolein nicht zurück. "Eine FFP2-Maske ist besser als nichts, aber nicht die Lösung für alles", warnt Molimard. Wer keine zur Hand hat, soll ein nasses Tuch über Mund und Nase halten. Andere Masken bringen nichts.
Joggen, Fußball oder Radfahren solltest du während der Brände lieber lassen. Beim Sport atmest du mehr Rauch ein, die Lunge wird stärker belastet. Wer Asthma oder chronische Bronchitis hat, soll sowieso daheim bleiben.
Nach einer Evakuierung gilt: Asche und Staub möglichst nicht angreifen. Wenn, dann nur mit Handschuhen und Wasser entfernen – nicht mit Besen, Staubsauger oder Hochdruckreiniger, weil damit die Asche aufgewirbelt wird. Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten sollst du gut abwaschen und schälen.
Außerdem empfehlen Experten, den Wasserhahn zwei Minuten rinnen zu lassen, bevor du daraus trinkst.
Gefährdete Menschen wie Asthmatiker, Herzkranke, Schwangere, Kinder und alte Menschen sollen bei Atemproblemen unbedingt den Hausarzt aufsuchen. Bei schweren Beschwerden wird geraten, sofort den Notarzt zu rufen.