"Ernste Bedrohung"

New York und Chicago plötzlich in dichten Rauch gehüllt

Waldbrände in Kanada sorgen für dichten Rauch in US-Großstädten. Millionen Menschen kämpfen mit extremer Luftverschmutzung.
Newsdesk Heute
17.07.2026, 17:56
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Starke Waldbrände in Kanada sorgen jetzt auch in den USA für dichten Rauch. Millionenstädte wie New York und Chicago sind davon betroffen. Die Skyline von Manhattan war am Donnerstag komplett im Dunst verschwunden. In Chicago, das direkt am Michigan-See liegt, wurden wegen der extrem hohen Feinstaubbelastung sogar die Strände gesperrt – und das, obwohl viele bei der Hitze dringend Abkühlung gesucht haben.

Millionen Menschen mussten die schlechte Luft einatmen. Bereits am Mittwoch war Toronto in Kanada durch den starken Rauch in ein apokalyptisches Gelb getaucht. Am Donnerstag traf es dann vor allem die US-Bundesstaaten Minnesota, Wisconsin, Michigan und Illinois, die direkt an Kanada grenzen. Die Behörden in Chicago und anderen Städten in der Nähe der Grenze haben eine Gesundheitswarnung ausgegeben.

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Der Luftqualitätsindex fiel dort auf die niedrigste von sechs Stufen. Laut dem Unternehmen IQAir waren Chicago und Detroit am Donnerstagabend weltweit die Städte mit der höchsten Luftverschmutzung – knapp gefolgt von New York. In Chicago musste ein Spiel der US-Profiliga MLS mit rund 40.000 Zuschauern verschoben werden – nur wenige Tage vor dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft, das am Sonntag im MetLife Stadion in New Jersey stattfindet, also direkt vor den Toren New Yorks.

"Ernste Bedrohung"

Die Behörden im Großraum New York forderten die Menschen auf, wegen der Feinstaubbelastung so wenig wie möglich draußen zu sein. Bürgermeister Zohran Mamdani warnte vor einer "ernsten Bedrohung" durch Hitze und schlechte Luft. In öffentlichen Bibliotheken und Bahnhöfen gab es gratis Masken. Überall in der Stadt wurden Hunderte Kühlzentren für Menschen ohne Klimaanlage geöffnet.

Die Stadtverwaltung warnte, es könnte die schlimmste Rauchbelastung seit 2023 sein. Damals hatte sich der Himmel über New York wegen der Waldbrände in Kanada orange verfärbt, der Luftqualitätsindex erreichte damals den gefährlichen Wert von 465. Am Donnerstagnachmittag wurde dieser Wert sogar noch übertroffen: In Detroit, Chicago und Toledo im Bundesstaat Ohio zeigten Messungen der US-Umweltschutzbehörde einen Wert von rund 700 an.

"Unsere Brust fühlt sich eng an", sagt Erin Lucey, Angestellte einer Bio-Gemüse-Farm in Wisconsin, nach der morgendlichen Ernte von Zucchini, Bohnen und Gurken. Wegen der trüben, rauchigen Luft tragen die Beschäftigten dort trotz großer Hitze Masken bei der Feldarbeit. Der Rauch zusammen mit der anhaltenden Hitzewelle und den ausgetrockneten Feldern sei "unheimlich", sagt die 38-jährige Lucey.

"Nicht vorstellen, wie es hier in 100 Jahren sein wird"

"Wir müssen alle an das empfindliche Gleichgewicht denken, in dem in einer solchen Zukunft Lebensmittel angebaut werden, und können uns nicht vorstellen, wie es hier in 100 Jahren sein wird", sagt sie. "Wenn die Menschen wie wir draußen arbeiten würden und das alles sehen würden, wenn sie nicht den Komfort einer Klimaanlage hätten, würden wir viel schneller Änderungen durchsetzen, um etwas gegen die Klimakrise zu tun", fügt sie hinzu.

In den letzten Tagen hat sich die Waldbrandsituation in der kanadischen Provinz Ontario noch verschärft. Toronto meldete die schlechteste Luftqualität weltweit. Aktuell brennen mehr als 130 Feuer im Nordwesten Ontarios, mindestens 60 davon sind außer Kontrolle. Die Provinzpolizei berichtet von 15 evakuierten Gemeinden.

"Mehr als 150 Feuerwehrteams und fast 50 Löschflugzeuge arbeiten rund um die Uhr, um die Kommunen vor den Feuern im Norden Ontarios zu schützen", erklärte der Regierungschef von Ontario, Doug Ford, im Onlinedienst X. Bisher sind mindestens 1,9 Millionen Hektar Wald verbrannt – das entspricht fast der Fläche von Sachsen-Anhalt. Die Brände fallen mit einer Hitzewelle zusammen, die sich vom Westen der USA bis an die Ostküste und nach Kanada zieht.

{title && {title} } red, {title && {title} } 17.07.2026, 17:56