Erst vor wenigen Tagen ließ US-Präsident Trump mit Aussagen zu Flugzeugträgern aufhorchen: Wie "Heute" berichtete, sprach er sich dafür aus, dass neue Flugzeugträger der US-Marine nach dem Vorbild jener gebaut werden sollten, die im Zweiten Weltkrieg im Einsatz waren. Der Grund: Diese gefallen ihm optisch besser.
Nun sorgen weitere Meldungen aus den USA für Staunen: Laut NTV überlegt die Marine, einen im Bau befindlichen neuen Flugzeugträger nach Präsident Trump zu benennen. In der Geschichte der US Navy ist noch kein Flugzeugträger nach einem amtierenden Präsidenten benannt worden.
Besonders heikel: Der neue Flugzeugträger der "Ford"-Klasse sollte eigentlich nach Doris Miller benannt werden, einem afroamerikanischen Helden aus dem Zweiten Weltkrieg. Miller sollte damit für seine mutigen Taten bei der Verteidigung gegen den Angriff auf Pearl Harbor im Jahr 1941 geehrt werden.
Der junge Mann war damals eigentlich als Küchenhilfe bei der US-Marine tätig – einer der wenigen Jobs, die Schwarzen zu dieser Zeit offenstanden. Als die Japaner überraschend angriffen, half Miller verwundeten Offizieren und griff, ohne je darin ausgebildet worden zu sein, zur Flugabwehrkanone am US-Stützpunkt.
Für seinen Einsatz wurde er mehrfach ausgezeichnet. 1943 kam Miller ums Leben, als das Schiff, auf dem er stationiert war, versenkt wurde.
Wie NTV berichtet, ließ sich Präsident Trump hingegen während des Vietnamkriegs vom Wehrdienst befreien. Als Gründe dafür seien sowohl seine Ausbildung als auch eine gesundheitliche Einschränkung angegeben worden. Kritiker werfen Trump aber vor, die medizinischen Gründe nur als Vorwand genutzt zu haben, um nicht beim Militär dienen zu müssen.
Die US-Marine steht nun unter Zeitdruck, den Namen des neuen Flugzeugträgers endgültig festzulegen - der offizielle Baubeginn ist schon für Ende des Jahres geplant. Fertig wird das Schiff aber erst 2034.
Intern wird der Flugzeugträger schon länger nicht mehr als "USS Doris Miller" geführt, sondern nur mehr mit der Rumpfnummer CVN-81 bezeichnet. Auch das Weiße Haus hat diese Bezeichnung in einer aktuellen Aussendung zum Schiffsbau verwendet.
Geplant ist, dass in den nächsten 40 Jahren insgesamt zehn Flugzeugträger der "Ford"-Klasse gebaut werden - diese sollen die alten "Nimitz"-Träger aus den 1960er-Jahren ersetzen. Die Kosten pro Schiff liegen bei stolzen 22 Milliarden Dollar, bisher ist nur eines des neuen Typs im Einsatz.