Der historische Finaleinzug der österreichischen U17-Nationalmannschaft löste am Montag eine Welle an Gratulationen aus – quer durch Politik, Verband und Expertenrunde. Die Euphorie nach dem 2:0-Sensationserfolg gegen Italien ist im ganzen Land zu spüren.
Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen meldete sich unmittelbar nach dem Abpfiff aus Katar zu Wort. "Eine überragende Leistung und ein historischer Erfolg. Österreich ist stolz auf euch."
Teamspieler Christoph Baumgartner reagierte mit einem Augenzwinkern – und legte den Ball charmant zurück: "Sehr geehrter Herr Bundespräsident, vielleicht wird es mit dem Nationalfeiertag schneller etwas, als erwartet. Ich denke, das Angebot steht auch für die U17."
Der Staatschef hatte Marko Arnautovic scherzhaft den geforderten Feiertag in Aussicht gestellt, sollte er mit dem ÖFB nächsten Sommer den Pokal von der WM heimbringen.
ÖFB-Boss Josef Pröll fand große Worte für die Mannschaft von Teamchef Hermann Stadler:
"Was für ein großartiger Tag für den österreichischen Fußball! Unser U17-Nationalteam hat sich mit großem Teamgeist, unglaublicher Reife und beeindruckender Leidenschaft bis ins WM-Finale gespielt. Ein historischer Erfolg! Diese Burschen haben gemeinsam mit Hermann Stadler und allen Betreuern bewiesen, was möglich ist, wenn man konsequent arbeitet, an sich glaubt und gemeinsam für ein Ziel brennt. Das Team begeistert ganz Österreich! Es ist ganz sicher eine der ganz großen Sternstunden des österreichischen Fußballs!"
ORF-Experte Roman Mählich hob vor allem die sportliche Qualität hervor – und erinnerte daran, wie jung diese Mannschaft ist: "Wir reden da von 16-Jährigen. Aber wenn du das 1:0 auf Champions-League-Niveau siehst, sagst du: Boah, das ist Klasse." Der Ex-Teamspieler meinte damit den präzisen Linksschuss von Johannes Moser, der Österreich nach 57 Minuten auf Finalkurs brachte. Mit acht Toren ist er Führender der WM-Torschützenliste.
Mählich weiter: "Egal, wer der Finalgegner ist: Die werden keine Freude haben." Inzwischen steht auch fest, wer Österreich am Donnerstag (17 Uhr) im Kampf um den WM-Pokal gegenübersteht: Portugal. Die Iberer bezwangen Brasilien nach 90 torlosen Minuten im Elfmeterschießen mit 6:5.
Dass die Stadler-Elf überhaupt in diesem Endspiel steht, ist ein Novum in der ÖFB-Historie. Kein österreichisches Nationalteam – weder Nachwuchs noch A-Auswahl – hat je ein WM-Finale erreicht.
Nach Siegen gegen Tunesien (2:0), England (4:0) und Japan (1:0) blieb Österreich auch im Halbfinale ohne Gegentor. Der überragende Moser schraubte seinen Turnierstand auf acht Treffer, die Defensive um Kapitän Jakob Pokorny präsentiert sich seit Beginn des Turniers unüberwindbar.
Teamchef Hermann Stadler war nach dem Schlusspfiff hörbar bewegt: "Mir fehlen die Worte. Es ist unbeschreiblich, wie die diese WM spielen. Ein großes Kompliment. Gratulation auch an alle, die diese Jungs in der Akademie ausgebildet haben. Wir haben die einmalige Geschichte, dass Österreich in einem WM-Finale steht. Ausschlaggebend war wie immer die Mentalität."