Gym soll nicht nur Feuer üben

Vater von Schülerin: "Probe-Amoklauf fehlt an Schule"

Knapp neun Monate ist der tödliche Amoklauf in Graz her. Der Vater eines Schulkinds fordert, Amokläufe sollen in der Schule geübt werden.
Victoria Carina  Frühwirth
04.03.2026, 06:30
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Nach dem Amoklauf in Graz im Juni 2025 und der falschen Amok-Warnung an der HAK St. Pölten ("Heute" berichtete) flammt die Sicherheitsdebatte an einer niederösterreichischen Schulen erneut auf.

Kritik an fehlender Amok-Übung für Schüler

Ein Vater aus Wiener Neustadt sorgt sich um das Sicherheitskonzept am Bundesgymnasium Zehnergasse. Gerald Maragoni ist selbst Berufspolizist und Vater einer 15-jährigen Schülerin jener Oberstufe. Maragoni: "Mir geht es generell um die Schüler und Lehrkräfte in der Zehnergasse. Meine Tochter habe ich für den Fall des Falles sowieso vorbereitet. Die weiß, wie sie sich im Notfall verhalten soll, wenn es tatsächlich zu einem Amoklauf kommt."

"Die Schule hat ein oder zwei Feuer-Probealarme pro Jahr, wo für Feuer geübt wird. Wieso gibt es am Gymnasium Zehnergasse noch immer keinen Probealarm für einen Amoklauf? Warum muss immer etwas passieren, bevor etwas in Richtung Sicherheit passiert? Hat man aus Graz gar keine Lehren gezogen?" Der Polizeivater fordert von der Bildungsdirektion Amok-spezifische Sicherheitskonzepte für alle niederösterreichischen Schulen.

"Zu wenige Schulungsangebote für Lehrkräfte"

Die Freiheitliche Partei Niederösterreich stimmt Maragonis Aussagen zu – gleich mehrere Eltern von der Zehnergasse hätten sich an die FPÖ gewandt. FP-Bildungssprecher Helmut Fiedler meint gegenüber "Heute": "Es gibt zwar an einigen niederösterreichischen Schulen einen mehrseitigen Notfallplan, aber viel zu wenige Schulungs- und Einweisungsangebote für die Lehrkräfte. Sowohl die Bildungsdirektion als auch das Innenministerium sind hier dringend gefordert."

Auch Sicherheits-Landesrat Martin Antauer (FP) fordert nach dem Fehlalarm in St. Pölten zusätzliche Maßnahmen: "Ein Notfallplan und regelmäßige Übungen sind die Unterkante. Auch vermissten viele betroffene Kinder und Eltern nach dem letzten Fehlalarm Unterstützung und psychologische Betreuung. Die Sicherheit unserer Kinder darf unter keinen Umständen leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden."

Schulpersonal für Notfälle geschult

Der Direktor des Bundesgymnasiums Zehnergasse, Andreas Stich, weist Kritik an der Sicherheit der Schule zurück. Auf "Heute"-Anfrage meint er: "Im Auftrag der Bildungsdirektion werden in allen Schulen in Niederösterreich – so auch in der Zehnergasse – in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Polizei die Krisenpläne laufend evaluiert und falls erforderlich adaptiert."

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Außerdem gebe es regelmäßige Abstimmungen mit den Behörden. "Sowohl Lehrkräfte als auch Schulleitung werden und wurden für Krisensituationen geschult und wissen genau, was in welcher Situation zu tun ist", erklärt Stich. Die Krisenhandbücher seien gemeinsam mit der Landespolizeidirektion erstellt worden und auf aktuellem Stand.

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