Mit schweren Anschuldigungen gegen die russische Militärführung sorgt ein Kriegsveteran derzeit für Aufsehen. Ein auf Instagram veröffentlichtes Video verbreitete sich innerhalb eines Tages millionenfach – nun kündigte der Kreml an, die Vorwürfe prüfen zu wollen.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am Freitag, dass er den an Präsident Wladimir Putin gerichteten Videobeitrag bislang noch nicht gesehen habe. Das im Internet kursierende Material werde nun überprüft.
In dem Video wirft der Veteran Alexander Lunin der russischen Armeeführung vor, eigene Soldaten zu misshandeln. Wer sich weigere, "selbstmörderische Befehle" auszuführen oder Geld an Vorgesetzte zu zahlen, werde demnach in Gruben festgehalten, gefoltert oder getötet.
Darüber hinaus richtet Lunin eine deutliche Drohung an den Kreml. Sollte ihm nicht bald eine persönliche, live im Fernsehen übertragene Audienz bei Präsident Putin gewährt werden, werde die Armee ihre Waffen gegen den Kreml richten.
Das Video des in der russischen Region Woronesch lebenden Veteranen erreichte innerhalb von 24 Stunden mehr als zwölf Millionen Aufrufe. Instagram ist in Russland allerdings gesperrt und kann in der Regel nur über virtuelle private Netzwerke (VPN) genutzt werden.
Lunin ist in der Aufnahme in Kampfuniform und mit zahlreichen Orden zu sehen. Belege für seine Vorwürfe legte er jedoch nicht vor. Auch nannte er weder mutmaßliche Opfer noch mögliche Täter. Zudem blieb offen, ob er ausschließlich für sich selbst sprach oder eine größere Gruppe innerhalb der russischen Streitkräfte vertritt.