Vivo hat sein neues Betriebssystem OriginOS weltweit angekündigt und positioniert es als den bislang umfassendsten Software-Schritt des Herstellers. OriginOS fasst laut Hersteller Performance-Optimierungen, ein überarbeitetes Designsystem und erweitere KI-Funktionen zu einer Plattform zusammen, die Mobilgeräte-Interaktion "flüssiger, persönlicher und langlebiger" gestalten soll. Das Release fällt in ein strategisch wichtiges Jahr für Vivo, das sein 30-jähriges Bestehen feiert und die globale Expansion weiter vorantreibt.
Im Zentrum von OriginOS steht das, was Vivo als "Smoothness" bezeichnet — also eine durchgehend geschmeidige Nutzererfahrung. Das Unternehmen hat dafür eine "Origin Smooth Engine" entwickelt, die Systemkomponenten wie Prozessorleistung, Speicherverwaltung und Displayausgabe enger verzahnen soll. Durch Priorisierung relevanter Tasks und eine intelligentere Ressourcenverteilung sollen Alltagsabläufe spürbar reibungsloser ablaufen — nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft auch auf älteren Smartphones.
Messbare Verbesserungen nennt Vivo konkret: App-Startzeiten sollen sich deutlich verkürzen, Bildraten stabiler und Speicherzugriffe schneller werden. So spricht vivo von zweistelligen Prozentsteigerungen bei Startzeiten, Bildratenstabilität und Animationsleistung sowie deutlich schnelleren Speicherzugriffen durch eine Memory-Fusion-Strategie. Edge-Funktionen wie das Dual Rendering und eine Snap-Up-Engine sollen besonders bei komplexen, rechenintensiven Abläufen den Unterschied machen.
OriginOS kombiniert technische Optimierungen mit einem neuen Animationssystem: Bewegungsabläufe, Übergänge und Reaktionen auf Eingaben wurden überarbeitet, um visuellen Rhythmus und taktile Rückmeldung anzugleichen. Vivo hebt hervor, dass nicht nur die Anzeige, sondern auch die gefühlte Geschwindigkeit — etwa durch bessere Touch-Reaktionszeiten und priorisierte Verarbeitung wichtiger Aktionen — deutlich verbessert wurde. Das Ziel ist eine Bedienung, die sich "natürlich" anfühlt: Wischen, Tippen und Scrollen mit wenig Verzögerung.
OriginOS bringt auch ein neues Designsystem. Dieses umfasst Farb- und Materialkonzepte, eine neue Systemschrift sowie eine große Symbolbibliothek, die auf Lesbarkeit und Skalierbarkeit ausgelegt ist, so Vivo. Licht- und Tiefeneffekte sollen Interaktionen lebendiger wirken lassen, während das Layout bewusst auf Einfachheit und klare Hierarchien setzt. Für Anwenderinnen und Anwender soll es erweiterte Möglichkeiten zur Personalisierung geben – von Widget-Anordnungen am Sperrbildschirm bis zum Home-Screen mit neuem Raster.
Ein Kernbestandteil von OriginOS ist zudem die Integration erweiterter KI-Fähigkeiten. Vivo kündigt an, Gemini-Modelle, "Circle to Search" und eine Reihe hauseigener KI-Tools zu unterstützen. Neu ist die sogenannte "Origin Island" — eine persistent sichtbare Informationsleiste am oberen Bildschirmrand, die kontextuelle Live-Statusinfos und Vorschläge liefert, ohne dass Apps ständig gewechselt werden müssen. Inhalte kopieren und unmittelbar kontextgerecht weiterverarbeiten ohne Zwischenschritte soll ebenso möglich werden.
Auch kreative und produktive Arbeitsabläufe profitieren: Bildbearbeitungstools mit AI-Retouch-Funktionen, Dokumentenhilfen und Assistenzfeatures für Anrufe und Inhaltserstellung sind in ein durchgängiges Ökosystem eingebettet. Darüber hinaus verspricht Vivo einen starken Fokus auf geräteübergreifende Zusammenarbeit — etwa mit einfachen Transfer- und Office-Kit-Funktionen, die Daten und Workflows zwischen Geräten verknüpfen. Vivo betont, dass OriginOS nicht nur Komfort, sondern auch Sicherheit und Nachhaltigkeit adressiert.
Das System soll mit erweiterten Sicherheitsmechanismen arbeiten, die Transparenz und Kontrolle über persönliche Daten verbessern und lokale Verarbeitung priorisieren. Energiemanagement-Verbesserungen zielen darauf ab, Wärmeentwicklung zu reduzieren und die Ladestabilität zu erhöhen, sodass Performance nicht zulasten der Haltbarkeit geht. Vivo plant einen gestaffelten weltweiten Rollout ab November 2025. Gestartet wird mit der neuen X300-Serie, die zuvor in China präsentiert wurde und am 30. Oktober in Wien vorgestellt wird.