Schüler-Ideen begeistern Jury

Von Drohnen bis Stromrädern: Samsung Solve for Tomorrow

42 Klassen und 700 Jugendliche entwickelten ein Schuljahr lang Lösungen für aktuelle Herausforderungen. Jetzt standen die Ideen im Samsung-Finale.
Rene Findenig
25.06.2026, 12:01
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Wie können junge Menschen mit Technologie auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren? Mit dieser Frage beschäftigten sich in den vergangenen Monaten hunderte Schülerinnen und Schüler aus ganz Österreich. Beim diesjährigen Finale des Samsung-Bildungsprogramms "Solve for Tomorrow" präsentierten sechs Schulklassen ihre Projekte, die sich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Energie, Sport, Digitalisierung und Klimaschutz auseinandersetzen. Das von Samsung unterstützte Programm richtet sich an Mittelschulen und begleitet die Jugendlichen über ein gesamtes Schuljahr hinweg.

Am Ende steht der Pitching Day, bei dem die besten Projekte vor einer Fachjury vorgestellt werden. Heuer fand die Abschlussveranstaltung am 24. Juni statt. Insgesamt nahmen 42 Schulklassen mit rund 700 Schülerinnen und Schülern sowie 42 Lehrpersonen am Programm teil. Die Jugendlichen entwickelten Ideen, bauten Prototypen und arbeiteten an Lösungen für Probleme, die sie in ihrem Alltag oder in der Gesellschaft wahrnehmen. Neben technischem Wissen standen dabei auch Teamarbeit, Kreativität und unternehmerisches Denken im Mittelpunkt.

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Unter den Gästen befand sich auch Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll. Er bezeichnete das Programm als Beispiel dafür, wie junge Menschen dazu motiviert werden können, eigene Ideen einzubringen und aktiv an Lösungen für aktuelle Herausforderungen mitzuwirken. "'Solve for Tomorrow' ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie junge Menschen ermutigt werden, ihre Ideen einzubringen und aktiv an Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit zu arbeiten. Was wir hier sehen, ist gelebte Digitalisierung: technologiegestützte Innovation, gepaart mit sozialer Verantwortung. Genau solche Initiativen braucht es, um Talente zu fördern und eine widerstandsfähige, zukunftsfitte Gesellschaft zu gestalten", so Pröll.

Von alten Jeans bis zu digitalen Lernhilfen

Der Weg bis zum Finale begann bereits im Herbst 2025. Damals analysierten die teilnehmenden Klassen gesellschaftliche Herausforderungen und entwickelten erste Lösungsansätze. In weiterer Folge wurden die Ideen im Rahmen eines Innovationslabors konkretisiert und ausgebaut. Unterstützung erhielten die Jugendlichen dabei von Bildungsexperten sowie dem ehemaligen Tennisprofi Dominic Thiem. Der Niederösterreicher brachte seine Erfahrungen aus den Bereichen Sport, Bildung, Gesundheit und nachhaltige Energie in mehreren Workshops ein.

Die Bandbreite der Finalprojekte fiel dabei bemerkenswert groß aus. Die Wiener Klasse der WMS Anton Kriegergasse entwickelte unter dem Titel "Alte Stoffe neu gedacht" Konzepte für die Wiederverwertung ausgedienter Jeans. Aus den alten Stoffen entstanden neue Alltagsprodukte und Möbelstücke wie Sonnenliegen. Die Europa Sportmittelschule Mödling setzte auf Digitalisierung im Turnunterricht. Mit der entwickelten Anwendung "Sportifi" sollen Mannschaften anhand individueller Stärken automatisch zusammengestellt werden. Ziel ist es, mehr Ausgewogenheit und Fairness bei sportlichen Aktivitäten zu erreichen.

Eine weitere Wiener Klasse beschäftigte sich mit dem oft diskutierten Energieverbrauch von Künstlicher Intelligenz. Die Schülerinnen und Schüler der MSi Wiesberggasse machten den Strombedarf sichtbar und kombinierten selbst programmierte Microbits mit Muskelkraft als Energiequelle. Auch die GTMS Barbara Prammer aus Wien widmete sich dem Thema Energie. Das Projekt "Powerpedal" verbindet körperliche Bewegung mit Stromerzeugung. Die Jugendlichen wollten damit zeigen, wie sich Konzentration und nachhaltige Energiegewinnung miteinander verbinden lassen.

Fachjury bewertet Kreativität und Umsetzbarkeit

Die Sportmittelschule Wiener Neustadt entwickelte digitale Erklärvideos. Diese sollen Lehrkräfte im Unterricht unterstützen und den Papierverbrauch reduzieren. Weit hinaus ging das Projekt einer Tiroler Klasse aus Zams-Schönwies. Mit dem "Seedcopter" arbeiteten die Schülerinnen und Schüler an einem Konzept für Drohnen, die schwer zugängliche Gebiete aufforsten sollen. Der Fokus lag dabei auf Klima- und Bodenschutz. Die Projekte wurden von einer Fachjury beurteilt. Bewertet wurden unter anderem die Kreativität der Ideen, deren technische Umsetzung, die gesellschaftliche Relevanz sowie die praktische Umsetzbarkeit.

Samsung-Österreich- und Schweiz-Präsident Dario Casari zeigte sich von den Leistungen der Jugendlichen beeindruckt. "Junge Menschen sehen viele Herausforderungen aus einer völlig neuen Perspektive. Genau das macht ihre Ideen so spannend. Es ist beeindruckend zu sehen, mit wie viel Kreativität, Engagement und technischem Verständnis die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an ihre Projekte herangehen", sagte Casari. Zur Jury gehörten Anna Gawin, Geschäftsführerin von DaVinci Lab, Petra Huber vom Paralympischen Committee, Edith Hülber von der Bildungsdirektion Wien sowie Julian Richter, Gründer von wirkt.

Wiener Klasse holt sich schließlich den Sieg

Als Siegerprojekt von "Solve for Tomorrow" 2026 wurde die 3b-Klasse der MSi Wiesberggasse in Wien ausgezeichnet. Das Team überzeugte die Jury mit seinem Projekt rund um den Energieverbrauch von Künstlicher Intelligenz und den Einsatz selbst programmierter Microbits. Neben der Siegerklasse wurden auch die übrigen Finalisten für ihre Leistungen ausgezeichnet. Sie erhielten Urkunden und Erinnerungsgeschenke. Neu ist heuer auch eine offizielle Zertifizierung des Bildungsprogramms. "Solve for Tomorrow" wurde im Rahmen von Digital Austria nach dem Modell DigComp 2.3 AT zertifiziert.

Dieses Kompetenzmodell umfasst sechs Bereiche mit insgesamt 27 Einzelkompetenzen. Dazu zählen digitale Grundlagen, Kommunikation, Kreativität, Sicherheit, Problemlösung und Innovation. Die Kompetenzen werden über acht Stufen eingeordnet, die sich am Nationalen Qualifikationsrahmen orientieren und dadurch europaweit vergleichbar sein sollen. Für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler bedeutet das, dass die im Projekt erworbenen digitalen Fähigkeiten künftig auch in einem anerkannten Kompetenzrahmen sichtbar gemacht werden können.

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