Bei der Schülerlaptop-Initiative steht eine wichtige Änderung bevor: Ab dem Schuljahr 2027 erhalten Kinder die vergünstigten Laptops und Tablets nicht mehr in der ersten Klasse Mittelschule oder AHS, sondern erst ein Jahr später. Die geplante Verschiebung sorgt bei Elternvertretern für Sorge.
Die Maßnahme ist Teil des Doppelbudgets 2027/28. Laut den Plänen sollen dadurch Einsparungen von 30 Millionen Euro im Jahr 2027 und 50 Millionen Euro im Jahr 2028 erzielt werden. Das Bildungsministerium verweist zudem darauf, dass jüngere Schüler durch digitale Lernformen leichter abgelenkt würden.
Beim Dachverband der Pflichtschul-Elternvereine sieht man die Änderung differenziert. Zwar könne es "durchaus positiv" sein, wenn Kinder die Geräte erst in der 6. Schulstufe erhalten. Gleichzeitig warnt die Elternvertretung jedoch vor möglichen Problemen im Schulalltag.
Besonders kritisch sehen die Elternvertreter die Gefahr, dass Schüler auf private Geräte oder Smartphones ausweichen könnten. Das dürfe "weder ausdrücklich gefordert noch unterschwellig erwartet" werden, betonte die Präsidentin des Steirischen Landeselternverbands, Ilse Schmid.
Nach Ansicht des Dachverbands könnte selbst ein gelegentlicher Einsatz von Smartphones dazu führen, dass Eltern bereits Zehnjährigen ein eigenes Handy kaufen müssten. Deshalb brauche es "eine klare und unmissverständliche Regelung", fordert die Organisation, die sämtliche Landesverbände mit Ausnahme von Wien und Salzburg vertritt.
Darüber hinaus verlangen die Elternvertreter Anpassungen bei den Lehrplänen. Betroffen sei nicht nur das Fach Digitale Grundbildung, in dem unter anderem der Umgang mit digitalen Geräten sowie das Suchen, Speichern, Verändern und Löschen von Informationen vermittelt wird.
Auch in anderen Unterrichtsfächern werde der Zugang zu digitalen Geräten mittlerweile regelmäßig vorausgesetzt, erklärte die Vorsitzende des Dachverbands, Evelyn Kometter. Als Beispiele nannte sie QR-Codes in Schulbüchern oder digitale Lernplattformen, die bereits heute im Unterricht verwendet werden.