Der ORF verkauft es wie eine schlanke neue Opernball-Strategie: Bei der Pressekonferenz sprechen der Sender sowie die Staatsoper noch von einem "Moderationstrio" für die Hauptabendsendung – Mirjam Weichselbraun, Andi Knoll und Teresa Vogl. Klingt nach weniger Personal, weniger Aufwand, weniger Gage als in den Jahren zuvor.
Doch wer genauer hinsieht, merkt: Dieses "Trio" ist dann wohl doch eher ein PR-Trick als eine echte Reduktion. Im offiziellen Pressetext tauchen Silvia Schneider und Leona König ebenfalls als Teil des TV-Teams auf – nur eben auffällig beiläufig und ohne bei den präsentierten Bildern gezeigt zu werden.
In Zeiten, in denen es immer wieder Diskussionen über ORF-Gagen und Moderatoren-Aufgebote gibt, wirkt diese Formulierung plötzlich alles andere als zufällig. Schneider bestätigt gegenüber "Heute" ganz deutlich: Sie ist in der ORF-Hauptabendshow vom Opernball dabei und wird die Looks am roten Teppich besprechen.
Dass sie im offiziellen Auftritt kaum vorkommt, kommentiert sie professionell: "Das sind interne Entscheidungen, die man nicht näher kommentieren darf, die aber in Ordnung sind. Ich freue mich einfach, dass ich dabei sein darf und das ist großartig." Aber auch Leona König ist heuer erstmals mit von der Partie und darf Newcomer vor das Mikro holen: "Sie widmet sich jungen Talenten, die Opernball-Luft schnuppern", heißt es kurz im Programm.
Damit ist klar: Von "Trio" kann keine Rede sein – allein am Ballabend stehen damit mindestens fünf Moderatoren bereit. Und das ist noch nicht alles: Dazu kommen auch diesmal wieder Karl Hohenlohe und Christoph Wagner-Trenkwitz für die pointierten Kommentare im Zuge der Nacht – macht somit bereits sieben Personen im Einsatz für dieselbe Opernball-Sendung im ORF.
Am Tag danach geht es dann weiter. Andi Knoll moderiert nämlich nicht nur am "Ball der Bälle", sondern am 13. Februar dann zusätzlich "Alles Walzer – nach dem Ball ist vor dem Ball", Lilian Klebow führt am Folgetag außerdem durch "Alles Opernball".
Fazit: Von Sparen ist hier scheinbar keine Spur! Rechtfertigen kann man das immerhin durch die hohen Quoten mit bis zu 1,445 Millionen Zuschauern im Vorjahr.