Der Sommerurlaub ist gebucht, die Vorfreude groß – doch bei einigen Traumzielen ist Vorsicht angesagt. Das US-Reisemagazin "Fodor's" hat seine neue "No-List 2026" veröffentlicht. Darauf landen Reiseziele, die unter dem Ansturm von Touristen mittlerweile massiv leiden.
Die Experten sprechen von überlasteter Infrastruktur, Protesten der Einheimischen und empfindlichen Ökosystemen, die an ihre Grenzen stoßen. Die Botschaft ist klar: Wer nachhaltig reisen will, sollte diese Hotspots derzeit besser meiden.
Besonders brisant: Mehrere Klassiker in Europa stehen heuer auf der Liste. Dazu zählen die Kanarischen Inseln, wo Bewohner seit Jahren gegen Massentourismus demonstrieren. Millionen Besucher sorgen für Staus, Wasserknappheit und steigende Wohnkosten.
Auch die Jungfrauregion in der Schweiz kämpft mit Besucherrekorden. Wanderwege sind überfüllt, Parkplätze knapp und selbst idyllische Aussichtspunkte werden zur Selfie-Kulisse.
In Montmartre in Paris hat der Besucheransturm inzwischen ein Ausmaß erreicht, das viele Einheimische als unerträglich empfinden. Das berühmte Künstlerviertel ist längst zum Touristenmagneten geworden. Auf Isola Sacra bei Rom sorgt der Ausbau eines neuen Kreuzfahrthafens für heftige Kritik.
Nicht nur Städte leiden unter dem Besucherboom. Auch einzigartige Naturregionen stehen unter enormem Druck. Die Antarktis erlebt immer mehr Expeditionsreisen. Experten warnen, dass sich die Besucherzahlen in den kommenden Jahren sogar verdoppeln könnten – mit ungewissen Folgen für eines der letzten weitgehend unberührten Ökosysteme der Erde.
Im Glacier-Nationalpark in den USA verschärfen Klimawandel und steigende Besucherzahlen die Situation zusätzlich. Schmelzende Gletscher, Staus und Müll setzen dem Naturjuwel immer stärker zu.
Auf der Liste finden sich außerdem Mexiko-Stadt und Mombasa in Kenia. In Mexikos Hauptstadt sorgen Kurzzeitvermietungen für explodierende Mieten und Verdrängung der Bevölkerung. In Mombasa belasten Umweltverschmutzung und Overtourism die Küstenregion.
Fodor's betont, dass die "No-List" kein Boykottaufruf ist. Vielmehr soll sie Reisende dazu bewegen, bewusster zu planen und Alternativen in Betracht zu ziehen.
Auffällig: Frühere Problemfälle wie Venedig oder Barcelona fehlen heuer. Entwarnung bedeutet das allerdings nicht. Laut Fodor's kämpfen auch diese Destinationen weiterhin mit den Folgen des Massentourismus – nur sollen diesmal andere überlastete Reiseziele stärker in den Fokus rücken.