Der erste Urlaubstag ist da. Endlich ausschlafen, die Sonne genießen und sich durch die landestypische Küche probieren. Am Straßenstand duftet es nach frisch zubereiteten Spezialitäten, auf dem Markt locken exotische Früchte und im Restaurant steht fangfrischer Fisch auf der Karte. Doch genau hier ist Vorsicht gefragt. Denn was köstlich aussieht, kann im Urlaub schnell auf den Magen schlagen – und im schlimmsten Fall die schönsten Tage des Jahres ruinieren.
Experten raten deshalb dazu, bei einigen Lebensmitteln besonders genau hinzusehen. Mit ein paar einfachen Regeln lässt sich das Risiko für Magen-Darm-Infektionen oder Lebensmittelvergiftungen deutlich senken.
In vielen beliebten Urlaubsländern ist Leitungswasser nicht mit dem in Mitteleuropa vergleichbar. Selbst wenn es offiziell als trinkbar gilt, können Keime enthalten sein, an die der Körper nicht gewöhnt ist.
Deshalb empfehlen Experten vor allem in vielen Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, ausschließlich abgefülltes Wasser zu trinken. Auch zum Zähneputzen ist Flaschenwasser oft die sicherere Wahl. Vorsicht gilt außerdem bei Eiswürfeln in Getränken – sie werden häufig aus Leitungswasser hergestellt und können ebenfalls Krankheitserreger enthalten.
Frische Austern am Meer oder Sushi mit regionalem Fisch gehören für viele zum Urlaubsgefühl. Allerdings können rohe Meeresfrüchte Krankheitserreger wie Hepatitis-A-Viren, Bakterien oder andere Keime enthalten. Besonders Muscheln filtern große Mengen Wasser und können dadurch Schadstoffe oder Erreger aufnehmen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bestellt Fisch und Meeresfrüchte deshalb lieber gut durchgegart.
Auch selbst gefangener Fisch sollte nur gegessen werden, wenn die Art eindeutig bestimmt werden kann. In manchen Regionen kommen giftige Fischarten vor, die gesundheitliche Folgen haben können.
Carpaccio, Tatar oder nicht vollständig durchgegartes Fleisch bergen ebenfalls Risiken. Je nach Land können sich darin Salmonellen, Trichinen oder andere Parasiten befinden, die schwere Magen-Darm-Erkrankungen auslösen. Wer unterwegs Fleisch essen möchte, sollte darauf achten, dass es frisch zubereitet und vollständig gegart wurde. Das reduziert das Infektionsrisiko erheblich.
Frisches Obst gehört gerade im Sommer auf den Speiseplan. Doch im Urlaub sollte es möglichst selbst gewaschen und, wenn möglich, geschält werden.
Besonders kritisch sehen Verbraucherschützer bereits aufgeschnittenes Obst, das stundenlang ungekühlt an Straßenständen angeboten wird. Hitze und mangelnde Hygiene bieten ideale Bedingungen für Keime. Sicherer ist Obst mit natürlicher Schale wie Bananen oder Orangen, die erst unmittelbar vor dem Verzehr geschält werden.
Auch Lebensmittel mit rohen Eiern können zur Keimfalle werden. Hausgemachte Mayonnaise, Cremes oder Desserts sowie manche Eissorten können Salmonellen enthalten, wenn bei der Herstellung nicht hygienisch gearbeitet wurde. Bei industriell abgepacktem Speiseeis besteht dieses Risiko in der Regel nicht. Anders sieht es bei kleinen Eisdielen oder Straßenständen aus. Wer unsicher ist, sollte lieber auf eine andere Sorte oder einen anderen Anbieter ausweichen.
Ein frisch gepresster Mangosaft klingt nach Sommer pur. Entscheidend ist jedoch, wie sauber gearbeitet wird. Werden Obst, Entsafter oder Arbeitsflächen nicht regelmäßig gereinigt, können Krankheitserreger leicht ins Getränk gelangen.
Ein kurzer Blick auf die Hygiene lohnt sich deshalb immer. Saubere Hände, gepflegte Geräte und gekühlte Zutaten sprechen für einen seriösen Anbieter. Industriell abgefüllte Säfte gelten dagegen meist als unproblematisch.
Die regionale Küche gehört zu jeder Reise dazu – und auf neue Geschmackserlebnisse muss deshalb niemand verzichten. Mit etwas Aufmerksamkeit lassen sich viele Risiken jedoch vermeiden. Die wichtigste Faustregel lautet: lieber frisch zubereitet, gut durchgegart und hygienisch verarbeitet als roh oder lange ungekühlt gelagert.