Interne Revision

Vorwürfe gegen Marktamt-Chef – so reagiert die Stadt

Sexismus, Rassismus und Mobbing: Gegen Andreas Kutheil werden schwere Vorwürfe erhoben. Die Stadt Wien hat eine interne Prüfung eingeleitet.
Wien Heute
15.07.2026, 22:03
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der Leiter des Wiener Marktamts, Andreas Kutheil, sieht sich mit schweren Anschuldigungen konfrontiert. Wie der "Falter" berichtet, werden dem 60-Jährigen – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – unter anderem Sexismus, Rassismus und Mobbing vorgeworfen – "Heute" berichtete.

Seit acht Jahren leitet Kutheil die Magistratsabteilung 59 und ist für rund 220 Mitarbeiter verantwortlich. Laut dem Bericht schildern mehrere Beschäftigte einen von Angst geprägten Arbeitsalltag. Insgesamt sollen sich 20 Mitarbeiter an den Unabhängigen Bedienstetenschutz der Stadt Wien (UBSB) gewandt haben.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wutausbruch gegenüber Mitarbeiter

Zu den dokumentierten Vorfällen zählt laut "Falter" eine Weihnachtsfeier im Jahr 2023. Dort soll sich Kutheil lautstark darüber beschwert haben, das "N-Wort" nicht mehr verwenden zu dürfen – und zwar in unmittelbarer Nähe einer schwarzen Kollegin. Vier Mitarbeiter hielten den Vorfall laut Bericht in einem Gedächtnisprotokoll fest und wandten sich an den UBSB.

Auch weitere Vorwürfe wie Mobbing stehen im Raum. So soll ein Mitarbeiter nach einem Wutausbruch des Amtsleiters in Tränen ausgebrochen sein und anschließend beschimpft sowie gedemütigt worden sein. Der Mann befindet sich seither wegen Depressionen im Krankenstand. In einem psychologischen Attest heißt es: "Ein Kontakt mit der Dienststelle würde zu einer erheblichen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes führen."

Interne Revision überprüft Hinweise

Darüber hinaus soll Kutheil laut dem Bericht eine Mitarbeiterin, die sexuelle Belästigung angezeigt hatte, als "schiach" bezeichnet haben. Ein Personalvertreter spricht von "Aktenschränken voller Vorwürfe". Der Unabhängige Bedienstetenschutz bestätigte dem "Falter", dass ihm die geschilderten Fälle bekannt seien.

Nach den schweren Vorwürfen reagiert nun auch die Stadt: Die Magistratsdirektion der Stadt Wien (unter der Leitung von Dietmar Griebler) bestätigte, dass die Interne Revision alle Hinweise prüft. Die Erhebungen seien unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe gestartet worden (die Vorwürfe sind seit Jahren bekannt, Anm.).

Dauer der Untersuchung noch nicht absehbar

"Aktuell prüft die Magistratsdirektion – Interne Revision alle Hinweise, sollten sie sich bestätigen, werden selbstverständlich entsprechende Maßnahmen gesetzt. Die Prüfung begann umgehend nach Bekanntwerden der Vorwürfe und dient deren Aufklärung", erklärt eine Sprecherin auf "Heute"-Anfrage.

Zu einzelnen Personalangelegenheiten könne man aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben. Grundsätzlich gelte in der Stadt Wien ein höflicher und wertschätzender Umgang für alle Mitarbeiter und Führungskräfte. Wie lange die Erhebungen dauern werden, sei derzeit noch nicht absehbar. Die Prüfung werde "eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen", solle aber so rasch wie möglich abgeschlossen werden.

"Vorwürfe werden sehr ernst genommen"

Auch die für Märkte zuständige Stadträtin und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) äußerte sich zu der Causa. "Ein respektvoller Umgang mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Wien ist für mich unverzichtbar. Die im Raum stehenden Vorwürfe werden daher sehr ernst genommen. Es handelt sich hierbei um ein sehr sensibles Thema, welches von den zuständigen Stellen derzeit intensiv geprüft wird."

{title && {title} } red, {title && {title} } 15.07.2026, 22:03
Weitere Storys