Horror-Brand vor fünf Jahren

Waldbrand in Hirschwang: Folgen noch 100 Jahre spürbar

Vor fünf Jahren brannten bei Hirschwang 115 Hektar Wald. Der Großeinsatz veränderte die Waldbrandbekämpfung in Niederösterreich nachhaltig.
Victoria Carina  Frühwirth
01.10.2026, 06:45
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Der Einsatz hielt Österreich damals tagelang in Atem: Am 25. Oktober 2021 brach am Mittagstein bei Hirschwang an der Rax (Bezirk Neunkirchen) ein gewaltiger Waldbrand aus. Die Flammen fraßen sich durch steiles, felsiges Gelände, starker Wind fachte das Feuer immer wieder neu an.

Feuer wütete 13 Tage lang

Insgesamt wurden 115 Hektar Wald zerstört. Erst nach 13 Tagen konnte am 6. November "Brand aus" gegeben werden. Rund 8.600 Einsatzkräfte standen damals im Einsatz, darunter etwa 7.750 Feuerwehrleute. Dazu kamen 33 Katastrophenhilfsdienst-Züge und 16 Fluggeräte aus dem In- und Ausland. Fünf Jahre später zogen Niederösterreich und Wien nun direkt am damaligen Einsatzort Bilanz.

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Fünf Jahre nach dem Brand wurde vor Ort von LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (m.), Wiens Stadtrat Jürgen Czernohorszky (r.) und Dietmar Fahrafellner (l.), Landesfeuerwehrkommandant Niederösterreich, auf den damaligen Einsatz zurückgeblickt und Bilanz gezogen.
NLK Khittl

"Wir haben damals in Hirschwang die Kräfte der Natur zu spüren bekommen. Gleichzeitig haben wir erlebt, wie stark die Kräfte unserer Einsatzkräfte sind", erklärte Niederösterreichs LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).

Feuerwehr braucht mehr Vorbereitung

Der Großeinsatz habe deutlich gemacht, dass sich die Feuerwehren langfristig auf mehr und schwierigere Waldbrände vorbereiten müssen. Niederösterreich investierte deshalb unter anderem in Führungscontainer, Drohnen mit Wärmebildkameras und mehr als 30 Spezialfahrzeuge.

Auch der Sonderdienst Waldbrand wurde massiv ausgebaut. Mittlerweile stehen rund 600 speziell ausgebildete Kräfte zur Verfügung. Sie kommen nicht nur in Niederösterreich zum Einsatz, sondern sammeln auch bei internationalen Einsätzen Erfahrung.

Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit zwischen Einsatzkräften am Boden und Hubschraubern in der Luft. Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner spricht von wertvollen Erkenntnissen aus Hirschwang. Der sogenannte mediterrane Waldbrand sei mittlerweile auch in Österreich angekommen. Doch nicht nur die Feuerwehr beschäftigt das Inferno bis heute. Auch der Wald trägt noch Jahrzehnte später die Folgen.

Tausende Pflanzen und Samen verteilt

Laut Wiens Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) kann es rund 100 Jahre dauern, bis sich der Wald vollständig regeneriert hat. Seit 2022 wurden rund 500 Kilogramm Saatgut ausgebracht und etwa 10.000 Pflanzen gesetzt. Dabei setzt man auf verschiedene Baumarten und einen widerstandsfähigen Mischwald. In 20 bis 30 Jahren sollen auf den betroffenen Flächen wieder acht bis zehn Meter hohe Bäume stehen.

Das Gelände bleibt allerdings schwierig. Durch den Brand wurde der Boden schwer beschädigt und ist teilweise stark erosionsgefährdet. Abgestorbene Bäume wurden deshalb quer zum Hang gefällt, zusätzlich wurden Grassamen sowie neue Bäume und Sträucher gesetzt. Auch Drohnen kommen bei der laufenden Kontrolle des unwegsamen Gebiets zum Einsatz. Gleichzeitig soll die Vorsorge weiter verbessert werden. Dazu gehören gesicherte Löschwasservorräte, aktuelle Einsatzpläne, gepflegte Wege und die Durchforstung gefährdeter Flächen.

Eine Regel bleibt dabei so einfach wie entscheidend: Im Wald darf kein Feuer gemacht werden - und auch eine achtlos weggeworfene Zigarette kann im schlimmsten Fall eine Katastrophe auslösen.

VF,01.10.2026, 06:45