Mit den sinkenden Temperaturen im Herbst tauchen Nosferatu-Spinnen vermehrt in Wohnungen auf. Diese ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Spinnenart ist mittlerweile in weiten Teilen Österreichs heimisch. Die etwa fünf Zentimeter großen Tiere sehen zwar furchteinflößend aus, stellen aber in der Regel keine Gefahr für Menschen dar.
Die Nosferatu-Spinne hat einen robusten, hell- bis dunkelbraunen Körper, der bis zu zwei Zentimeter lang wird. Mit ihren Beinen erreicht sie eine Größe von etwa fünf Zentimetern. Typisch sind die kräftigen, geringelten Beine und die helle Zeichnung auf dem Vorderkörper, die an einen Totenschädel oder die Filmfigur Nosferatu erinnert. Die Tiere verstecken sich oft in Kleidungsstücken oder dunklen Ecken und werden meist erst durch Zufall entdeckt.
Obwohl Nosferatu-Spinnen wie fast alle Spinnen Giftdrüsen besitzen, ist ihr Biss laut meist harmlos und vergleichbar mit einem Mückenstich. Die Tiere fliehen bei Bedrohung normalerweise, und medizinisch relevante Zwischenfälle sind bisher keine bekannt. Lokale Schwellungen verschwinden meist innerhalb weniger Stunden.
Im Herbst nehmen die Meldungen über Spinnen in Wohnungen zu. Das liegt laut Info Fauna an den kühleren Temperaturen, der Fortpflanzungszeit und größerer Aufmerksamkeit in den Medien. Bei vielen Spinnenarten, etwa den Hauswinkelspinnen, wandern vor allem die Männchen auf der Suche nach Weibchen umher. Wetter, Mikroklima und das Nahrungsangebot beeinflussen ebenfalls, wie viele Spinnen zu sehen sind.
Nosferatu-Spinnen suchen bei niedrigen Außentemperaturen Schutz im Inneren von Gebäuden. Gleichzeitig beginnt im Herbst ihre Fortpflanzungszeit, was die Wahrscheinlichkeit von Begegnungen erhöht. Wie stark einzelne Faktoren eine Rolle spielen, ist bisher nicht abschließend erforscht.
Am effektivsten ist es, Spinnen den Zugang zur Wohnung zu erschweren und ihnen die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Fliegengitter an Fenstern und Türen sowie das Abdichten von Ritzen und Spalten helfen dabei. Licht in der Dunkelheit lockt Insekten an, von denen sich Spinnen ernähren, daher sollten Lichtquellen abends möglichst abgeschirmt sein. Keller, Estrich und dunkle Ecken solltest du regelmäßig kontrollieren.
Hausmittel wie Pfefferminzöl oder Kastanien können laut Studien bei einigen Spinnenarten abschreckend wirken, es gibt aber keine Belege, dass Nosferatu-Spinnen darauf reagieren. Zitronenöl zeigte in Versuchen keine Wirkung.
Spinnen sind nützlich, weil sie Mücken, Fliegen und Silberfischchen fressen. Wenn du sie nicht in deiner Wohnung behalten möchtest, kannst du sie mit einem Glas und Papier vorsichtig nach draußen bringen – aber bitte nicht mit bloßen Händen. Setze sie an einem geschützten Ort wie einem Schuppen oder unter einem Holzstapel aus. Beim Einsaugen mit dem Staubsauger werden Spinnen oft verletzt oder getötet.