Privatjets als Frühwarnsystem

Wenn die Reichen abheben: Webseite warnt vor Apokalypse

Für 5 Dollar im Monat erhalten Nutzer einen Alarm aufs Handy, wenn ungewöhnlich viele Privatjets starten und auf eine Krise hindeuten könnten.
Nick Wolfinger
07.06.2026, 18:24
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Was wissen Superreiche, das der Rest der Welt nicht weiß? Genau diese Frage steckt hinter dem "Apocalypse Early Warning System" des US-Künstlers und Programmierers Kyle McDonald.

Seine Webseite analysiert die Flugbewegungen von rund 31.600 registrierten Privat- und Businessjets weltweit – und soll Hinweise liefern, wenn etwas Außergewöhnliches passiert.

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Wissen Milliardäre mehr als wir?

Die Grundidee klingt wie aus einem Katastrophenfilm: Wenn eine große Krise bevorsteht, könnten Milliardäre womöglich früher davon erfahren als der Rest der Welt. Wenn plötzlich auffällig viele Privatjets gleichzeitig starten, könnte das daher ein Signal sein, dass "die Reichen etwas wissen".

Genau darauf setzt McDonalds System. Nutzer können die aktuelle Lage kostenlos auf der Webseite verfolgen. Wer möchte, kann sich um 5 Dollar pro Monat Alarmmeldungen aufs Handy schicken lassen, sobald die Aktivität der Privatjets ungewöhnlich stark ansteigt.

So funktioniert der Jet-Alarm

Dafür greift die Plattform auf öffentlich verfügbare Flugtracking-Daten zurück. Weltweit empfangen Tausende Funkstationen die Signale von Flugzeugen und veröffentlichen Position, Höhe, Flugrichtung und weitere Informationen. McDonald filtert diese Daten auf Privat- und Geschäftsflugzeuge und speichert sie in einer eigenen Datenbank.

Um außergewöhnliche Bewegungen zu erkennen, vergleicht das System die aktuelle Zahl aktiver Jets mit historischen Werten aus mehreren Jahren. Dabei werden typische Muster berücksichtigt – etwa Tageszeiten, Wochentage oder Feiertage wie Weihnachten und Neujahr. Hebt deutlich mehr Fluggerät ab als normalerweise zu erwarten wäre, steigt die Warnstufe.

Der Tag, der McDonald erschreckte

Das Ergebnis ist ein fünfstufiges Alarmsystem. Stufe 1 signalisiert normale Aktivität, während höhere Stufen auf immer stärkere Abweichungen hinweisen. Die höchste Warnstufe wird erreicht, wenn die Flugbewegungen deutlich über den stärksten Ausschlägen des vergangenen Jahres liegen.

Der größte Ausschlag der vergangenen Jahre fiel auf den 6. April 2026. Damals drohte US-Präsident Donald Trump, die "ganze Zivilisation" des Iran auszulöschen. Für McDonald war das der Moment, in dem aus einer verrückten Idee plötzlich ein ernsthaftes Experiment wurde.

Tausende Privatjets: "Es gibt Muster"

Allerdings betont der Künstler selbst, dass sein System keine Katastrophen vorhersagen könne. "Ich behaupte nicht, dass die Flugaktivitäten von Milliardären die Apokalypse vorhersagen können", so McDonald im Interview mit "Business Insider", aber es sei "alarmierend, dass es überhaupt Muster gibt."

Es gehe vielmehr um die Frage, wie Informationen verteilt werden und wem Menschen in unsicheren Zeiten vertrauen. "Menschen wie Elon Musk oder Jeff Bezos scheinen außerhalb der Regeln zu existieren", so McDonald.

"Sie sind in der Lage, nicht nur etwas gegen ihre Probleme zu unternehmen, sondern alles zu tun, was sie wollen. Sie werden zu Menschen, bei denen wir nach Signalen suchen, was wir tun sollten, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind."

McDonald ist in der Tech- und Kunstszene kein Unbekannter. Der Aktivist beschäftigt sich seit Jahren mit Überwachungstechnologien, Künstlicher Intelligenz und Datenanalysen. Mit mehreren Projekten legte er bereits verborgene Muster in öffentlichen Datensätzen offen - und sorgte damit auch für Kritik und Kontroversen.

Ob die Privatjets der Reichen tatsächlich ein Frühwarnsystem für globale Krisen sind, bleibt offen. Rund 2.500 Nutzer haben sich jedenfalls bereits registriert, um etwaige Warnungen direkt aufs Handy zu erhalten.

{title && {title} } NW, {title && {title} } 07.06.2026, 18:24
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