"Verkettung von Umständen..."

Werfer von Maria (21) machen schockierende Aussagen

Drei Männer sollen eine junge Studentin ohne Sicherungsseil von einer Brücke geworfen haben. Nun machen sie widersprüchliche Aussagen.
André Wilding
18.06.2026, 12:03
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Nach dem tödlichen Rope-Jump-Unfall einer 21-jährigen Frau verdichten sich die Hinweise auf schwerwiegende Sicherheitsmängel beim Veranstalter. Die Aussagen der drei Beschuldigten zeichnen das Bild eines Betriebs, in dem klare Zuständigkeiten und feste Kontrollabläufe offenbar fehlten.

Maria wollte bei einem Pendelsprung von einer Brücke den Nervenkitzel suchen. Stattdessen endete das Abenteuer tödlich: Die junge Frau wurde in die Tiefe gestoßen, ohne dass das lebenswichtige Sicherungsseil an ihr befestigt war.

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Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen nun drei Männer im Alter von 27, 32 und 42 Jahren. Sie waren laut Ermittlern unmittelbar an dem Sprung beteiligt. Gegenüber der Polizei sprachen sie laut BILD von einer "tragische Verkettung von Umständen".

Wer war für die Sicherung zuständig?

Die Ermittler versuchen nun zu klären, wie es zu dem fatalen Fehler kommen konnte. Besonders im Fokus steht die Frage, wer die Kontrolle der Sicherheitsausrüstung übernehmen hätte müssen.

Von dieser Brücke stürzte Maria rund 40 Meter in den Tod
Google Maps / Screenshot

Zwei der Beschuldigten gaben an, regelmäßig für die Sicherung der Teilnehmer verantwortlich gewesen zu sein. Bei den Vernehmungen konnten sie sich jedoch angeblich kaum an die entscheidenden Momente vor dem Unglück erinnern.

Ein Ermittler fragte einen der Männer direkt: "Im Fall dieser jungen Frau, erinnern Sie sich daran, eine Kontrolle durchgeführt zu haben?" Eine klare Antwort darauf blieb aus.

Widersprüchliche Aussagen

Aus den Vernehmungen geht hervor, dass die Aufgaben offenbar nicht eindeutig geregelt waren. Einer der Beschuldigten erklärte, die Verantwortlichkeiten würden je nach Situation wechseln.

"Manchmal bringt einer das Seil an und der andere kontrolliert. Manchmal macht es der eine, manchmal der andere. So läuft es normalerweise." Zum Unglückstag selbst sagte er: "Ich bin zuerst nach vorne gegangen. Danach kann ich mich nicht mehr erinnern", zitiert die BILD.

Die drei Männer sind in Haft – und beschuldigen sich gegenseitig.
Polizei

Ein weiterer Beschuldigter schilderte die Abläufe anders. Seinen Angaben zufolge sei normalerweise ein Kollege für die Sicherung verantwortlich gewesen. "Normalerweise macht das Felipe. In 99 Prozent der Fälle unterstütze ich lediglich den Ablauf. Er ist der Verantwortliche", stellt der Mann klar.

Gleichzeitig räumte er ein, selbst Sicherheitskontrollen durchgeführt zu haben.

Bis zu 90 Sprünge geplant

Nach Angaben der Beschuldigten waren für den Unglückstag zwischen 80 und 90 Sprünge vorgesehen. Maria soll ungefähr die 18. Teilnehmerin gewesen sein.

Die Ermittler werfen den Männern derzeit Tötung mit Eventualvorsatz vor. Dabei geht die Staatsanwaltschaft nicht davon aus, dass der Tod der 21-Jährigen absichtlich herbeigeführt wurde. Der Vorwurf lautet vielmehr, dass ein lebensgefährliches Risiko geschaffen und dessen mögliche Folgen in Kauf genommen worden seien.

Bis zu einer Gerichtsverhandlung bleiben die drei Beschuldigten in Untersuchungshaft.

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