Auf den höchsten Bergen könnte es in den kommenden Tagen richtig winterlich werden. Wettermodelle berechnen für Teile der Alpen fast einen halben Meter Neuschnee. Gleichzeitig kündigen sich für Österreich kräftiger Regen, sinkende Temperaturen und auf den Gipfeln sogar schwere Sturmböen an.
Auslöser ist ein Italientief, das feuchte Luft in den Alpenraum bringt. Während am Dienstag, dem 20. Oktober, vielerorts noch milde Temperaturen herrschten, verschärft sich die Wetterlage ab Mittwoch deutlich.
Besonders große Schneemengen könnten in den französischen, Schweizer und italienischen Alpen zusammenkommen.
Bereits am Dienstag erreichte feuchte Luft die Gebirgsregionen. Die Schneefallgrenze befand sich zunächst noch zwischen 2.800 und 3.200 Metern. In tieferen Lagen fiel deshalb überwiegend Regen, während die höchsten Gipfel und Gletscher eine neue Schneeschicht bekamen.
GeoSphere Austria erwartete in den Westalpen örtlich bis zu 30 Zentimeter Neuschnee. Die Prognosemodelle zeigen für einen Zeitraum von sechs Tagen sogar deutlich größere Mengen. Rund um Chamonix in Frankreich könnten in hochgelegenen Bereichen bis zu 49 Zentimeter fallen.
Auch andere Wintersportgebiete tauchen mit beachtlichen Werten auf den Schneekarten auf:
- Chamonix: bis zu 49 Zentimeter
- Saas-Fee: bis zu 46 Zentimeter
- Val d'Isère: bis zu 43 Zentimeter
- Cervinia: bis zu 42 Zentimeter
- Zermatt: bis zu 40 Zentimeter
Allerdings gelten diese Angaben für höhere Berglagen. In den Ortschaften selbst muss deshalb nicht mit solchen Schneemengen gerechnet werden. Zudem ist die Vorhersage für das Ende der Woche noch unsicher.
Am Mittwoch, dem 21. Oktober, erreicht eine Kaltfront von Westen her die österreichischen Alpen. Mit ihr breiten sich Niederschläge aus, die in höheren Lagen zunehmend in Schnee übergehen.
In den Ostalpen sind laut GeoSphere Austria stellenweise bis zu 30 Zentimeter Neuschnee möglich. Besonders auf den Gletschern könnte sich die Schneedecke deutlich verstärken. Für die kommenden sechs Tage berechnen die Modelle am Kitzsteinhorn bei Kaprun bis zu 28 Zentimeter, für Sölden bis zu 22 Zentimeter.
Auch rund um Mayrhofen, St. Anton und Bad Gastein wird in höheren Lagen Schnee erwartet.
Mit dem Wetterumschwung wird es zunehmend kälter. Am Dienstag fällt Schnee noch hauptsächlich im Hochgebirge, doch schon am Mittwochabend könnte die Schneefallgrenze an der Alpennordseite unter 2.000 Meter sinken.
In der Nacht auf Donnerstag ist laut Prognose örtlich sogar Schneefall unterhalb von 1.500 Metern möglich. Ob die Flocken dort liegen bleiben, ist allerdings offen. Entscheidend ist, ob noch genügend Niederschlag fällt, wenn die kalte Luft eintrifft.
Während in den Bergen Schnee fällt, steht dem Süden Österreichs zunächst eine nasse Wetterphase bevor. Vor allem in Kärnten können ab Mittwoch intensive Regenfälle auftreten. An der Alpensüdseite könnte der Niederschlag über längere Zeit anhalten.
Auch in den benachbarten Dolomiten werden größere Regenmengen erwartet. Wetterexperten halten zwischen Dienstagabend und Donnerstagmorgen stellenweise kräftige Niederschläge für möglich.
Am Donnerstag erreicht die kühlere Luft schließlich auch die südlichen Regionen. Dadurch gehen die Temperaturen in den Tälern zurück und die Schneefallgrenze sinkt.
Zusätzlich zum Niederschlag könnte der Wind für Probleme sorgen. An der Nordseite der Alpen setzt zunächst kräftiger Föhn ein. In den Ostalpen erwartet GeoSphere Austria auf etwa 3.000 Metern Höhe Windspitzen von bis zu 120 km/h.
Das könnte auch Auswirkungen auf den Skibetrieb haben. Bei starkem Wind und schlechter Sicht sind vorübergehende Einschränkungen an einzelnen Liftanlagen möglich.
Nach dem unbeständigen Mittwoch deutet sich für Donnerstag, den 22. Oktober, eine kurze Wetterberuhigung an. Die Niederschläge lassen vielerorts nach, zwischendurch zeigt sich wieder die Sonne. Auf den Gletschern könnten dann bereits frisch verschneite Landschaften zu sehen sein.
Doch die nächste Wetterstörung ist laut den Modellen nicht weit entfernt. Für Freitag und Samstag wird vor allem in den französischen und italienischen Alpen weiterer Schneefall berechnet. Die Schneefallgrenze könnte dabei stellenweise zwischen 1.600 und 2.000 Metern liegen.
Wie kräftig diese zweite Schneerunde tatsächlich ausfällt, lässt sich derzeit noch nicht zuverlässig sagen. Damit bleibt auch offen, ob die berechneten Mengen von fast 50 Zentimetern erreicht werden. Für die höchsten Lagen der Alpen stehen die Chancen auf eine winterliche Auffrischung jedenfalls gut.