Das Warten hat ein Ende – Wien bekommt noch vor dem Advent einen neuen Erzbischof. Am Mittwoch um Punkt 16.28 Uhr fuhr der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro López Quintana im Außenministerium vor, überbrachte der Bundesregierung die Entscheidung des Papstes.
Per Umlaufbeschluss muss der Ministerrat nun die Zustimmung erteilen – ein Formalakt. Als Top-Favorit auf den Bischofsstuhl gilt Administrator Josef Grünwidl. Seit Jänner 2025 hatte Grünwidl die Wiener Erzdiözese bereits für den Vatikan als Apostolischer Administrator verwaltet.
Er wäre ein "Erzbischof wider Willen": Im August hatte Grünwidl noch im ORF betont: "Ich sehe mich nicht in dieser Aufgabe. Diese Entscheidung wird der Papst treffen." Eine Hintertüre hatte er sich in der ZiB 2 aber offengelassen: "Ich wurde in der vergangenen Zeit mehrmals daran erinnert, dass ich in der Kirche auch Gehorsam gelobt habe. Wenn es wirklich so sein sollte, werde ich schauen, wie ich mich entscheide, ja."
Wie geht es nun weiter? Nach dem "Go" des Ministerrats obliegt es dem Papst, die Entscheidung offiziell im "Bollettino Vaticano" kundzumachen. Danach werden auch Österreichs Gläubige informiert – ganz traditionell durch das Läuten der Pummerin. Die größte Glocke Österreichs ist derzeit "verstimmt", wird am Donnerstag um 10 Uhr aber repariert ...
Es gilt als äußerst unwahrscheinlich, dass Österreich sofort wieder Kardinalswürde erlangt – zumal Christoph Schönborn Purpur-Träger bleibt. Als Erzbischof ist er seit seinem 80er im Jänner zwar emeritiert, auch an der Papstwahl darf er nicht mehr teilnehmen, Kardinal bleibt Christoph Schönborn jedoch auf Lebenszeit. Damit ist er protokollarisch in der Rangfolge der zweithöchste nach dem Bundespräsidenten.